Fischers Fritz fischt faire Fische

Landet über die Feiertage gerne auf dem Teller: der Karpfen.

Doradenfilet mit Topinambur und Spinat? Lachs im Sesammantel auf Erbsenpüree? Karpfen blau mit Petersilienkartoffeln? Bei einem festlichen Essen, wie zu Weihnachten, steht oft frischer Fisch auf dem Speiseplan. Doch wer die Natur nachhaltig schützen möchte, kann leider nicht jede Sorte guten Gewissens genießen. Wir vom Freundeskreis Aquazoo haben uns den Naturschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt auf die Fahnen geschrieben und möchten informieren. Denn die Situation ist dramatisch: Bei Meeresfischen gelten nach Angaben des WWF 85 % der Bestände als überfischt oder von Überfischung bedroht. 40 % des Fangs, darunter auch Haie, Delfine oder Wale, verenden als so genannter Beifang in den Netzen. Wir alle können mithelfen, die Lage zu verbessern. Nutzen Sie ihre Macht als Verbraucher und beherzigen Sie, was der WWF empfiehlt: „Beim Kauf von Zuchtfisch entscheiden Sie sich am besten für Produkte mit den Siegeln von „Bioland“ und „Naturland“. Beim Wildfisch kennzeichnet das „MSC“-Siegel des Marine Stewardship Council die Herkunft aus umweltverträglicher, nachhaltiger Fischerei.“
Lieber vermeiden sollte man den Konsum von Mittelmeer-Dorade, europäischem Aal, Thunfisch oder tropischen Zuchtgarnelen. Eine gute Wahl sind hingegen Hering aus dem Nordatlantik, Kabeljau und Dorsch aus der östlichen Ostsee und wilder Lachs aus dem Ostpazifik. Auch der Zucht-Karpfen, der gerne als Weihnachts- oder Silvesterkarpfen zubereitet wird, kann mit gutem Gewissen verzehrt werden. Als kleine Hilfestellung für den täglichen Einkauf hat der WWF einen Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte entwickelt. Handelsübliche Fische und Meeresfrüchte sind hier nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden bewertet. Hier können Sie diesen herunter laden: http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/vernuenftig-einkaufen/einkaufsratgeber-fisch/. Der Freundeskreis Aquazoo wünscht Ihnen an dieser Stelle schon mal schöne Festtage – mit nachhaltigem Genuss.
Übrigens: Karpfen wird in der Regel nur von September bis April angeboten. Warum eigentlich? In den Sommermonaten neigt der Fisch zum Gründeln – dann frisst er eine bestimmte Algenart, die ihm einen schlammigen Geschmack verleiht.