Die letzten ihrer Art – Londoner Konferenz zum illegalen Wildtierhandel

Getötet wegen seiner Stoßzähne. Elefanten Kadaver in Bouba Ndjida Nationalpark in Kamerun. Quelle: Wikimedia Commons/Flickr: Bouba Njida, Urheber: U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters

Auf Initiative von Prinz Charles und Prinz William fand vom 12.-13.2.2014 in London eine Konferenz gegen illegalen Wildtierhandel statt. 42 Nationen und Staatengemeinschaften, darunter viele der besonders betroffenen afrikanische Staaten, die EU, Deutschland, China, Russland und Indonesien sowie 11 UN-Organisationen zeichneten die Deklaration zu „London Conference on the illegal wildlife trade“.
Der Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten ist seit 1973 durch das CITES-Abkommen streng reglementiert. Dennoch ist ein Eingreifen dringend geboten: Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tierarten ist im Zeitraum von 1996 bis 2013 von 5.205 auf 11.092 Arten angewachsen. 30.000 Elefanten und 1.000 Nashörner werden pro Jahr illegal getötet. Die Elefanten-Stoßzähne und das Horn des Nashorns erzielen auf dem Schwarzmarkt Höchstpreise. Man schätzt, dass jährlich 14 Mrd. Euro durch illegalen Tierhandel und Wilderei erwirtschaftet werden. International agierende kriminelle Kartelle und schwer bewaffnete terroristische Organisationen konzentrieren sich zunehmend auf diese lukrativen Geschäfte. Das führt zu gravierenden Sicherheitsproblemen in den betroffenen Ländern Afrikas und Asiens sowie zu einem Anstieg von Korruption und Armut. Mit dem Aussterben streng geschützter Arten wird den Bewohnern der betroffenen Länder ihr Kulturerbe und z. T. ihre Lebensgrundlage entzogen. Erschwerend kommt hinzu: etwa 100 Ranger verlieren jährlich in diesem bewaffneten Kampf ihr Leben.
Die Deklaration zielt deshalb besonders auf die Zerschlagung der organisierten Kriminalität durch eine Intensivierung grenzüberschreitender Zusammenarbeit sowie die Einstufung von Wilderei und Tierhandel als schwere Straftaten im Sinne der UN-Konvention gegen transnationale organisierte Kriminalität.
Auch wir als Touristen können zum Artenschutz beitragen: Man schätzt, dass allein für die traditionelle asiatische Medizin und als Souvenirs 16 Millionen Seepferdchen pro Jahr gefangen werden. Darauf kann jeder verzichten – genauso wie auf Fotos von selbst erlegtem Großwild.

Nashornmutter und ihr Junges – für ihre Hörner getötet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es 500.000 Nashörner – heute gibt es weniger als 29.000 überlebenden Nashörner in freier Wildbahn. Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Hein Waschefort

Ein Gedanke zu “Die letzten ihrer Art – Londoner Konferenz zum illegalen Wildtierhandel

Verfasse einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s