Lebendes Fossil: Europäischer Stör ist Fisch des Jahres

Europäischer Stör (Acipenser sturio) – Fisch des Jahres. Quelle: Illustrations de Ichtyologie ou histoire naturelle générale et particulière des Poissons Bloch, Marcus Elieser, J. F. Hennig, Plumier, Krüger, Pater, Schmidt, Ludwig, Bodenehr, Moritz 1795–1797 (Bibliothèque nationale de France), Urheber: Krüger

Fazinierend: Wissenschaftler fanden verwandte Arten dieses außergewöhnlichen Knochenfisches in versteinerter Form, deren Alter auf ca. 200 Millionen Jahre geschätzt wird. Wenn man diese mit dem Aussehen des heute lebenden und sehr seltenen Europäischen Störs vergleicht, versteht man seinen Beinamen „lebendes Fossil“. Denn gravierende Unterschiede zu seinen frühen Vorfahren sind kaum zu entdecken!
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Stör (Acipenser sturio) fester Bestandteil der norddeutschen Flusslandschaft. Auch als Speisefisch war der bis zu 3 Meter lange und 300 Kilogramm schwere Gigant sehr begehrt. Die Bestände gingen jedoch durch Begradigung der Flüsse und die Auswirkungen der industriellen Revolution dramatisch zurück.
Heute existiert lediglich im Mündungsgebiet der französischen Gironde eine letzte Population von ca. 200 Tieren. Umso wichtiger für die Erhaltung der biologischen Vielfalt unserer Gewässer sind die Wiederansiedlungs-Projekte des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der EU: 2013 wurden 1000 Jungstöre im Bereich der Elbe und deren Nebenflüssen (darunter auch die „Stör“) eingesetzt.
Auch der Aquazoo zeigte verwandte Arten, wie Sterlet, Waxdick oder Löffelstör, die mit ihrem urtümlichen Aussehen und ihren besonderen Anpassungen an ihre Lebensweise das Interesse der Besucher zu wecken wussten.