Neustart im März 2017

Liebe Leser,
heute bringen wir Sie auf den Stand der Dinge – mit der offiziellen Pressemeldung der Stadt Düsseldorf zur Situation am Aquazoo und zum avisierten Wiedereröffnungstermin.
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Einer der neuen Abschäumer wartet auf seinen ersten Einsatz
Vom Pressedienst der Landeshauptstadt, 10. Februar 2016

Neustart im März 2017
Die Sanierung und Modernisierung von Aquazoo und Löbbecke Museum wird länger dauern als geplant und auch weitere Kostensteigerungen auslösen. Dies ergab eine grundlegende Überprüfung des Projekts durch die Verwaltung. Danach werden die Baukosten noch einmal um 3,3 Millionen Euro höher ausfallen, als zuletzt im Juni 2015 prognostiziert. Insgesamt 18,8 Millionen Euro wird die komplette Sanierung des Aquazoos kosten. Die Wiedereröffnung ist nun für März 2017 geplant. 

Ausgangssituation
Der Aquazoo wurde von 1985 bis 1987 gebaut und hatte nach einer Betriebszeit von etwa 25 Jahren dem Alter entsprechende optische und vor allem technische Mängel, die nicht im Rahmen des Bauunterhaltes beseitigt werden konnten. Die maximale Lebensdauer der technischen Aggregate, wie zum Beispiel die der Lüftungsanlagen, der Kältemaschinen und Kessel, aber auch die der Verglasungen der Glaspyramiden, des Flachdaches und der Dichtungsbänder in der Granitfassade war erreicht, zum Teil überschritten. Erste Sofortmaßnahmen im Bereich der Haustechnik waren erforderlich. Die Sanierung des Flachdachs wurde ebenfalls vorgezogen, um größere Schäden an Bauwerk und Tiergehegen zu verhindern.

Im Ausstellungsbereich bestanden bautechnische und optische Mängel, die durch Dichtigkeitsprobleme und Verschleißerscheinungen der Aquarien, allgemeine Abnutzungen an Böden, Wänden und Ausstellungseinbauten gekennzeichnet waren. In den Pflegebereichen verursachten bauphysikalische Mängel Schimmelpilzbefall. Einige Tiergehege entsprachen nicht mehr den aktuellen Haltungsrichtlinien und mussten neu strukturiert werden.

Der Aquazoo/Löbbecke Museum gehört zu den weltweit bedeutenden Einrichtungen auf dem Gebiet Zoo/Naturkundemuseum/naturkundliches Bildungszentrum. Aufgrund zunehmender Konkurrenz durch die Attraktivierung und Neueröffnung von Zoos in der näheren Umgebung sind die Besucherzahlen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich von rund 600.000 auf 365.000 zurückgegangen. Diesem Negativ-Trend soll durch eine Steigerung der Attraktivität des Düsseldorfer Zoos begegnet werden.

Aus diesen Gründen wurde eine Sanierung, verbunden mit einer Modernisierung, erforderlich. Die vom Rat der Stadt im Juli 2013 beschlossenen Kosten betrugen rund 13 Millionen Euro. In diesem Betrag ist eine Zuwendung des Freundeskreises Löbbecke-Museum und Aquazoo, Gesellschaft der Zoofreunde e.V. in Höhe von 1,8 Millionen Euro enthalten.

Hohe Anforderungen an die Sanierungsarbeiten
Zur Vorbereitung des höchst komplexen Vorhabens wurden Gutachten in den Bereichen Hochbau/technische Gebäudeausrüstung und Elektrotechnik sowie für die Ausstellungskonzeption des Aquazoos erstellt. Im März 2014 wurde nach Auslagerung der Tiere in andere Zoos oder Ersatzgehege und Aquarien im Haus mit der Sanierung begonnen.

Trotz intensiver Planung und detaillierter Kostenberechnung gab es während der Sanierung des sehr komplexen Gebäudes mit der überaus komplizierten Haustechnik Umstände, die sich bis heute auf die Kosten- und Terminentwicklung auswirken. Die Gründe für Kostensteigerungen und Bauzeitverlängerung resultieren hauptsächlich aus zusätzlich notwendigen Arbeiten, die sich erst im Laufe der fortgeschriebenen Detailplanung und der Bauarbeiten erkennen ließen. So wurden weitere Schadstoffe und für die Tiere schädliche Substanzen in Oberflächenbeschichtungen gefunden, die in dem ursprünglich als Planungsgrundlage dienenden Gutachten nicht aufgeführt waren.

Anlagenteile der Haustechnik wurden in einem weitaus schlechteren Zustand vorgefunden, als im Zuge der im laufenden Betrieb erfolgten Untersuchungen zur Bestandsaufnahme ersichtlich war. Darüber hinaus müssen einige größere Aquarienscheiben nach Ausbau und statischer Untersuchung ausgetauscht werden.

Bauzeitverzögerungen ergaben sich aufgrund unwirtschaftlicher Submissionsergebnisse und daraus resultierender Verfahrensaufhebungen und Neuausschreibung von Bauleistungen. Die Insolvenz einer ausführenden Firma im Gewerk Trockenbau sorgte für weitere zeitliche Verzögerungen. Die längere Bauzeit führt zu Mehrkosten wegen erhöhtem Personalaufwand und der verlängerten Baustelleneinrichtung, Winterbaumaßnahmen und Lagerkosten für die Ausstellungsobjekte.

Ein Großteil der Kosten- und Terminüberschreitungen ergab sich aus Sicht der Stadt wegen Planungsdefiziten eines Fachplanungsbüros. Hier werden mögliche Regressansprüche der Stadt geprüft.

Im Zuge ursprünglich nicht geplanter, aber erforderlicher Anlagenerneuerungen sind jedoch auch Gebrauchswertverbesserungen realisiert worden, zum Beispiel Änderungen in der Wassertechnik, Verwendung modernerer Filtermaterialien, effizientere Pumpentechnik etc.

Kostensteigerungen
Die geschilderten Umstände führten dazu, dass der Rat der Stadt im Juni 2015 einen Änderungsbeschluss verbunden mit einer Budgeterhöhung auf 15,5 Millionen Euro fassen musste. Zudem wurde die Projektsteuerung durch die Beauftragung weiterer externer Fachbüros verstärkt.

In den letzten Monaten wurden dann weitere erhebliche Kostenabweichungen ermittelt – besonders im Bereich zusätzlicher Mess-, Steuerungs- und Regeltechniken. Der entsprechende Änderungsbeschluss, der Mehrkosten über 3,3 Millionen Euro vorsieht, soll am 23. Februar 2016 im Bauausschuss beraten werden. Die Gesamtkosten werden nach dieser aktuellen Prognose bei 18,8 Millionen Euro liegen.

Bauzeitverlängerungen/Terminplan
Die längere Bauzeit aufgrund der geschilderten Problematik im Bauablauf hat Auswirkungen auf den Termin der Wiedereröffnung. Die hängt grundsätzlich von der Baufertigstellung und der Übergabe des funktionierenden Gebäudes an den Aquazoo ab. Daran anschließend benötigt der Aquazoo Zeit für die Einrichtung der Gehege und Aquarien; bestimmte Bereiche können aber bereits in der Endphase der Bauarbeiten begonnen werden, so zum Beispiel die Einrichtung des Landreviers. Diese Arbeiten erfolgen momentan und sollen bis November 2016 abgeschlossen werden.

Anders sieht es bei der Einrichtung der Süßwasser- und Meerwasser-Reviere aus: Die Planung der Wassertechnik sah vor, dass die verschiedenen MSR-Bereiche (Messen-Steuern-Regeln) und Anlagen des Wasserreviers zu gestaffelten Terminen in Betrieb genommen werden. Aufgrund der noch nicht abschließend ausgeführten MSR-Arbeiten kann jedoch in keinem Bereich (Aquarien und wasserführende Großanlagen), wie ursprünglich geplant, eine schrittweise Inbetriebnahme der Wassertechnik erfolgen. Da die MSR-Technik gebündelt erst im Juni zur Verfügung steht, kann der Aquazoo nicht vorarbeiten und musste seine Einzugsplanung anpassen, was eine erhebliche Auswirkung für den Zeitpunkt der Wiedereröffnung bedeutet.

Geplante Wiedereröffnung
Nach den aktuellen Bauzeitplänen ist mit der Beendigung der Bauarbeiten Ende März 2016 zu rechnen und mit der Fertigstellung der hochkomplexen – aber für die Wasserreviere entscheidenden Mess-, Steuer- und Regeltechnik – im Juni 2016. Ab diesem Zeitpunkt kann mit der Einrichtung der Wasserreviere begonnen werden.

Die Wiedereröffnung des Aquazoos ist unter Berücksichtigung der aktuellen Terminpläne für März 2017 avisiert.  (arz)
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