Große Freude: Nachzucht bei den Krustenechsen!

junge_krustenechse_im_aquazoo_geschluepft

Dürfen wir vorstellen: diese Krustenechse ist die jüngste Bewohnerin des Aquazoos.

Unser Krustenechsenpärchen ist nun acht Jahre alt und gerade Eltern geworden. Im zarten Alter von vier Monaten kamen die beiden vom Zoo Amsterdam nach Düsseldorf. Die Geschlechtsreife erreichen Krustenechsen mit etwa 2,5 Jahren. Die Weibchen graben eine Kuhle, in die sie zwei bis 22 Eier ablegen. Nach 154 bis 226 Tagen schlüpfen die jungen Krustenechsen. So auch, völlig unerwartet, am Karnevalswochenende im Aquazoo. Bei der morgendlichen Zählung war es plötzlich eine Krustenechse mehr. Aufgrund der dämmerungs- und nachtaktiven Lebensweise der Krustenechsen war die Eiablage nicht aufgefallen. Umso überraschter war das Team, dass im Terrarium sowohl die Inkubation, als auch der Schlupf geklappt haben. Das Jungtier ist 20 cm lang und hat bereits seine erste Mahlzeit zu sich genommen. Krustenechsen fressen kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien sowie Wirbellose und manchmal sogar Früchte.

Die Skorpions-Krustenechsen (Heloderma horridum exasperatum Bogert & Martên Del Campo, 1956) stammen aus der Sonora-Region in West-Mexiko und bewohnen die Vorgebirge der Sierra Madre. Das Habitat stellt einen tropischen Trockenwald dar. Die im Aquazoo gehaltenen Tiere gehören der nördlichsten Unterart der Skorpions-Krustenechsen an. Ihren Trivialnamen haben die Tiere möglicherweise aufgrund der Tatsache, dass die Einheimischen zwischen Mexiko und Guatemala diese Krustenechsen „escorpión“ nannten. Während der Kolonialzeit wurden diese Tiere auch von den ersten spanischen Siedlern so genannt. Denn alles was giftig ist, scheint ihnen skorpionsähnlich, auch Echsen. Und zufälligerweise haben Krustenechsen eine Abwehrhaltung, die an jene eines Skorpions erinnert, sie richten sich auf und blicken der Gefahr erhobenen Hauptes entgegen. Obwohl Krustenechsen einen plumpen Echsenkörper besitzen, sind sie aufgrund zahlreicher morphologischer Gemeinsamkeiten näher mit Schlangen verwandt als mit Echsen.

Alle Vertreter der Familie Krustenechsen (Helodermatidae) sind giftig. Die paarigen Giftdrüsen befinden sich im Unterkiefer. Das Gift selber wird in das Beutetier mittels gebogener Fangzähne einmassiert, die eine Rinne zum Ableiten des Giftes besitzen. Lange Zeit wurde angenommen, dass die Krustenechsen die einzigen giftigen Vertreter der Schuppenechsen sind. Mittlerweile ist bekannt, dass es wesentlich mehr giftproduzierende Echsen gibt, z. B. verschiedene Waranarten. In der Regel ist das Gift der Krustenechsen nicht tödlich, aber sehr schmerzhaft. Aus Substanzen des Giftes werden heute Medikamente u. a. zur Behandlung von Diabetes hergestellt.
Krustenechsen sind, trotz des großen Verbreitungsgebietes, in der Roten Liste der IUCN gelistet. Denn durch Fragmentierung und Verlust des Lebensraumes, durch Straßenverkehr und unüberlegtes Töten der Tiere aus Angst nimmt die Population ab.
Die Haltung und Zucht der Krustenechsen wird durch ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert.

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heloderma_horridumHeloderma_horridum_klettertKletterkünstler: die Krustenechse

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