Zylinderrosen – leuchtende Solitäre am Meeresgrund

zylinderrosen-im-aqzuazoo-jaegerfeldIm Aquazoo Löbbecke Museum fallen sie sofort wegen ihrer strahlend bunten Tentakel ins Auge, die sich weiß, grün und violett sanft in der Strömung wiegen: die Zylinderrosen (Ceriantharia). Sie leben in bis zu 50 Metern Tiefe, auf schlammigen oder sandigen Böden. Dort bauen sie sich ihre lederartige Wohnröhre aus Sandkörnern, verhärtetem Schleim und ausgestoßenen Nesselkapseln. Bei Gefahr können sie sich blitzschnell in diese Röhre zurückziehen.

Zylinderrosen sind Solitäre: Sie brauchen Platz für ihre Fangtentakel und können daher nicht in engen Gruppen leben. Ein Tier von 2 cm Durchmesser kann z. B. eine Fangzone von 60 cm Durchmesser haben! Ihre Nahrung besteht aus Kleinkrebsen und kleinen Medusen. Da sie zum Stamm der Nesseltiere gehören, sind sie mit den Quallen verwandt. Und wie auch diese verfügen sie über ein Nesselgift, um sich gegen andere Arten im Kampf um den Lebensraum zu schützen.
Zylinderrosen sind Zwitter-Wesen, also Individuen mit männlicher und auch weiblicher Geschlechtsausprägung, und sie pflanzen sich meist geschlechtlich fort.

Das Habitat der Zylinderrosen sind die Sedimentböden kühler bis tropischer Meere – heute sind diese überall bedroht. Faktoren wie die globale Klimaerwärmung und Fischfang mit Grundschleppnetzen zerstören diese vielfältigen Lebensräume in dramatischer Weise. Ein Grund mehr, sich mit den wundervollen Lebewesen am Meeresgrund zu befassen. Denn nur was man kennt, wird man schützen.

Lesen Sie demnächst über die faszinierenden Seenelken!