Unterwasserwelt bei Lea Lenhart wurde zum Ort der Begegnung

schwarzlicht_installation_lealenhart9Vergangenen Sonntag hatte der Freundeskreis Aquazoo Düsseldorf zur Führung durch eine künstlerische Unterwasserwelt eingeladen. Viele Tierfreunde und Kunstinteressierte strömten in das Atelier der Künstlerin Lea Lenhart, um ihre verwunschenen und farbenprächtigen Perlenobjekte zu erleben. Die Kunstwerke wurden als Rauminstallation präsentiert. Schon bei Tageslicht betrachtet bot sich dem Besucher ein Bild wie aus einer unbekannten Welt. In schillernden Farben und mit einer Vielzahl von Formen meinte man Unterwasserwesen zu erkennen. Waren dies etwa Seesterne? Quallen? Korallen? Als Lea Lenhart dann den Raum verdunkelte und die Objekte im Schwarzlicht leuchteten und strahlten, ging ein Raunen durch die Gruppe: welch zauberhafte Unterwasserwelt!
Dr. Elmar Finke, leitender Pädagoge am Aquazoo, zauberte auf seine Art: Er präsentierte faszinierende, teils noch gar nicht erforschte Unterwasserlebewesen, die gemeinsam eine besondere Eigenschaft haben: die Kraft, selbst zu leuchten. Das Fachwort dafür lautet Biolumineszenz. Besonders die anwesenden Kinder staunten nicht schlecht, als sie von einer Garnele erfuhren, die ihren Angreifern eine floureszierende, leuchtende Substanz entgegen schleudert, um sie zu blenden. Oder dass es meist Bakterien sind, die den Tieren durch eine chemische Reaktion zum Leuchten verhelfen. Wie viele Wesen tatsächlich in der Tiefsee leuchten und warum sie das tun, ist selbst Forschern noch nicht gänzlich bekannt.
Als die Sonne wieder in das Atelier schien, erlaubte Lea Lenhart den Besuchern noch einen Blick in das Allerheiligste: ihre Perlensammlung, untergebracht in riesigen Schubladen und nach Farben sortiert. Sie erklärte, wie ihre Objekte entstehen und wie viel Zeit und Geduld ihre Herstellung beansprucht. Interessant dabei: Die Künstlerin schuf alle Werke ohne Vorlage, sie schöpfte nur aus sich selbst heraus, und entdeckte erst später Ähnlichkeiten zwischen ihren Kunstwerken und den Lebewesen aus den Tiefen der Meere.
Die Kunstfreunde und Freunde des Aquazoos waren begeistert, unter den Gästen auch Zoodirektor Dr. Jochen Reiter zu begegnen, der nochmals bekräftigte, dass der Wiedereröffnungstermin, der 22. September 2017, einfach ein „Muss“ ist, und man bis dahin alle Kräfte noch einmal mobilisieren wolle. Auch der Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises gab sich die Ehre: Michael Fischer schaute nebst Gattin vorbei und genoss die Ausstellung.
Es war uns eine Freude, einige Mitglieder des Freundeskreises sowie Leser und Follower des Blogs persönlich kennen zu lernen. Manche waren extra von weit her angereist. Dafür noch einmal herzlichen Dank. Bitte empfehlen Sie den Blog auch Ihren Freunden.

Dank auch an Martin Blum für die Fotos.

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Gewinnspiel beim Rosenmontagszug: VIP-Führungen zu gewinnen!

direktor-reiter-mit-gewinnba%cc%88llen_1Wir freuen uns schon darauf: Das Aquazoo Löbbecke Museum stellt in diesem Jahr eine große Fußgruppe unter dem Motto Darwins jecke Vielfalt und wird beim Rosenmontagszug für tierische Stimmung sorgen. Prominente Gäste wie der Weiße Hai, nebst Gefolge, Frösche aus Südamerika, eine große Quallengruppe aus dem Indopazifik, Pinguine aus der Antarktis werden gemeinsam mit zahlreichen weiteren Tierarten auf den Artenreichtum unserer Erde aufmerksam machen und für ihren Schutz werben.
In eigener Sache wird der lang ersehnte Eröffnungstermin des beliebten Düsseldorfer Kulturinstituts kommuniziert, denn am 22. September 2017 ist es soweit und das Aquazoo Löbbecke Museum wird feierlich wiedereröffnet. Ein guter Grund zum Feiern!
Fangen können die Jecken auch so einiges: die Fußtruppe verteilt Tulpen und Samentütchen für Bienen- und Schmetterlingswiesen für mehr Vielfalt in der Stadt.
Achtung, Achtung! Es werden auch blau-weiße Anti-Stress-Bälle geworfen. Diese nützlichen Bälle verbergen ein tolles Gewinnspiel: Auf drei Bällen befinden sich neben einer Tierzeichnung die Unterschriften des Direktors Dr. Jochen Reiter und der stellvertretenden Direktorin Sandra Honigs. Wer einen dieser Bälle fängt und sich damit beim Aquazoo Löbbecke Museum meldet, erhält nach der Wiedereröffnung eine VIP-Führung durch das frisch eröffnete Institut im Nordpark! Also auf zum Zoch! Mitfeiern und vielleicht sogar gewinnen! Die Finder/innen der Sieger-Anti-Stress-Bälle melden sich bitte im Aquazoo Löbbecke Museum unter: 0211-8996198. HELAU und bis Montag!

Foto: Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter mit den 3 Gewinnerbällen

Fürst Albert II von Monaco besucht Maritimes Klassenzimmer.

boot17_drjochenreiter_fuerstalbertGroße Freude herrschte gestern bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Aquazoo Löbbecke Museum auf der boot-Messe: Kein geringerer als Fürst Albert II von Monaco stattete dem Maritimen Klassenzimmer einen Besuch ab. Im Juni 2006 hat Fürst Albert II von Monaco die Prince Albert II of Monaco Foundation gegründet, um auf die alarmierenden Gefahren für unsere Umwelt hinzuweisen. Die Stiftung setzt sich erfolgreich für den Umweltschutz und für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung ein.

Auf seinem Rundgang ließ sich Fürst Albert nun von Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter und dem Leiter der Abteilung Naturbildung, Dr. Elmar Finke, das Konzept des Maritimen Klassenzimmers eingehend erklären: Schülerinnen und Schüler können in spannenden Veranstaltungen in tropische Korallenriffe „eintauchen“: Dabei können sie die Baumeister und Bewohner der Riffe genauer kennen lernen, echte Korallen und Gehäuse von verschiedenen Meeresbewohnern untersuchen und sogar lebende Meerestiere unter der Stereolupe beobachten. Alles im Dienste der Meere, getreu dem Motto: Nur was man kennt, wird man schützen!

boot-Direktor Petros Michelidakis hob beim Treffen die seit 2008 bestehende enge Kooperation mit dem Aquazoo Löbbecke Museum hervor. Dr. Reiter bekräftigte, dass man der boot überaus dankbar sei, derart exponiert auf das Institut aufmerksam machen zu können. Das Maritime Klassenzimmer ist zudem ein hervorragender Ort, um Naturbildung zu betreiben.

Am Ende überraschte Fürst Albert die Vertreter des Aquazoo Löbbecke Museums mit einem fürstlichen Geschenk: Einer Briefmarken-Sonderserie in samtenem Einband,  zu Ehren des 10-jährigen Bestehens seiner Stiftung im Jahre 2016. 

Für alle Messebesucher lohnt sich ein Besuch des Standes 14A04 mit dem Motto „Bunte Vielfalt im Korallenriff“ in Halle 14: Aus den Sammlungen des Aquazoo Löbbecke Museum sind Häutungen und Gehäuse besonders beeindruckender Riffbewohner zu bestaunen und zu erkunden, eine Diaschau und Filmaufnahmen von Tieren aus Korallenriffen entspannen und faszinieren, und man kann sich am Aufbau eines künstlichen Riffes aus Modelliermasse beteiligen. Für junge Gäste gibt es auch Malaufträge, Spiele, Bücher und Experimente. Die Messe läuft noch bis zum 29. Januar 2017.

Copyright Foto oben: Messe Düsseldorf / ctillmann

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Am 22. September sehen wir uns wieder!

wiedereroeffnung_aquazoo_2017Da ist die Freude groß! Das Aquazoo Löbbecke Museum soll am 22. September wiedereröffnet werden. Der aktuelle Fortschritt der Sanierungsarbeiten lässt nun diesen konkreten Eröffnungstermin zu. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe stellte gemeinsam mit dem Direktor des Aquazoo Löbbecke Museums, Dr. Jochen Reiter, im Kulturausschuss einen Bericht zum Stand der Umbau- und Sanierungsarbeiten vor. Die Düsseldorfer werden sich den 22.9 im Kalender sicher dick anstreichen! Lesen Sie hier die Pressemitteilung der Stadt Düsseldorf.

29. Westdeutscher Entomologentag war ein voller Erfolg

31115660556_c4d7a8e7d8_b31115660436_f5a2bd6747_bDie Entomologische Gesellschaft Düsseldorf, die in diesem Jahr 150-jähriges Jubiläum feiert, richtete mit Unterstützung des Aquazoos den 29. Entomologentag aus. Ca. 80 Insekten-Experten waren zur Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gekommen, um sich auszutauschen und spannende Vorträge zu hören. Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter begrüßte die Anwesenden mit den Worten: „Ich freue mich, dass die Entomologische Gesellschaft Düsseldorf und das Aquazoo Löbbecke Museum eine so fruchtbare gemeinsame Geschichte teilen. (…) Insofern sehe ich mit großen Erwartungen dem nächsten, dann 30. Westdeutschen Entomologentag in unserem wiedereröffneten Institut entgegen.“ 
Er danke allen Organisatoren und Helfern. Und mit Ausblick auf die Wiedereröffnung im Sommer 2017 schwärmte er: „Das Aquazoo Löbbecke Museum war es und wird es wieder sein, das beliebteste und meist besuchte Kulturinstitut Düsseldorfs, zudem der größte außerschulische Lernort mit über 30.000 betreuten Kindern. Es ist diese einzigartige Verbindung aus Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum, die Hunderttausende Gäste begeistert. Es ist ein Ort der Bildung und Unterhaltung, aber auch der Forschung und Dokumentation in Natur- und Artenschutz, Verhaltens- und Fortpflanzungsbiologie, Tiergeographie sowie Erd- und Lebensgeschichte. Und es ist ein Ort der Entomologie, mit den umfangreichen Sammlungen und wo das Insektarium ein integraler Bestandteil unserer Ausstellung geblieben ist.“

Zoo Duisburg: Aktivisten im Delfinbecken

Aktivisten sprangen am Wochenende in das Delfinbecken des Duisburger Zoos. Die selbsternannten Tierschützer brachten dabei die Tiere und sich selbst in Gefahr.
Dazu Dr. Jochen Reiter, Direktor des Düsseldorfer Aquazoos und ehemaliger Wissenschaftlicher Leiter im Zoo Duisburg: ”Aus meiner langjährigen Tätigkeit im Zoo Duisburg weiß ich natürlich um die Polarisierung der Öffentlichkeit, wenn es um das Thema Delfinhaltung geht. Dass Delfine gut gehalten und auch gezüchtet werden können, ist in Duisburg längst bewiesen worden. Solange Tierschützer konstruktiv kritisieren, ist das auch völlig ok. Wenn von militanten Tierrechtlern allerdings dermaßen gefährliche Aktionen für Tier und auch Mensch abgehalten werden, dann habe ich hierfür überhaupt kein Verständnis mehr. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte: Die Zuschauer haben sich kurzerhand von den Aktivisten abgewendet und ihnen keine Beachtung geschenkt. Ich hoffe, dass es IVO & Co. und meinen früheren Kollegen wieder gut geht.“  Hier der Artikel der WAZ.  

Willkommen im Aquazoo: Direktor Dr. Jochen Reiter

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Herr Dr. Reiter, wie geht es Ihnen nach den ersten Tagen in Düsseldorf?
Ich bin dabei, mich einzugewöhnen. Ich fahre jeden Morgen aus Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen zum Aquazoo/Löbbecke Museum. Um halb sieben bin ich auf die Strecke. Meist bin ich 40 Minuten über Bundesstraßen unterwegs, da mache ich mir die ersten Gedanken zum Tag. Am Institut arbeite ich dann mit einem wirklich hochmotivierten Team ist, das freut mich.

Erzählen Sie uns etwas über Ihre Familie?
Meine Familie und meine privates Umfeld geben mir Kraft für den Beruf. Meine „Work-Life-Balance“ ist mir wichtig. Unsere Zwillinge sind bald 5 Jahre alt, Mädchen und Junge. Zum Glück haben wir viel Unterstützung durch Verwandtschaft und Nachbarschaft. Wir bleiben auch in Duisburg wohnen, denn wir sind dort einfach angekommen. Meine Frau ist Tierärztin, wir haben uns im Opel-Zoo im Taunus kennengelernt. Ein herrlicher Zoo übrigens, weitläufig und der einzige Verbandszoo Deutschlands, der ohne finanzielle Unterstützung auskommen muss. Meine Frau Julia hatte den Zoo damals medizinisch mit betreut. Beim Abholen von Medikamenten habe ich Julia getroffen … und alles nahm schnell seinen Lauf. Wir gingen dann nach Duisburg. Nach dem Taunus war das erst mal ein kleiner landschaftlicher Kulturschock. Wer die Region erkundet, merkt aber, dass sie stellenweise total grün ist und man findet stille Orte.

Mit wieviel Jahren wollten Sie Zoodirektor werden?
Aus diesem Klischee schere ich aus – ich plante das nicht schon als Kind. Aber wir hatten seit meiner Einschulung unseren „Haustiger“, den Kater Felix. Der Name bedeutet ja „der Glückliche“, das war er auch, er wurde stolze 21 Jahre alt. Er ist als echtes Familienmitglied mit mir groß geworden und hat mich in meiner Tierliebe geprägt. Aktuell haben wir kein Haustier, wollen aber evt. einen Hund anschaffen. Mit einem Tier kann man Kindern gut den Respekt vor der Natur und vor den Lebewesen beibringen. Man ist oft draußen in der Natur, das fördert die Naturverbundenheit. In der Oberstufe kam bei mir der Wunsch auf, beruflich mit Tieren zu arbeiten. Während meines Studiums in Erlangen habe ich in der Verhaltensforschung gearbeitet und bedrohte Kängurus betreut – habe sie gefüttert, Workshops organisiert, Verantwortung übernommen. Der Nürnberger Tiergarten war ganz in der Nähe, dort habe ich zwischendurch als Hilfstierpfleger gearbeitet. Meine Diplomarbeit hatte das Sozialverhalten von Geparden zum Thema. Meine spätere Promotion führte mich dann auf die Philippinen. Forschungsthema: Nahrungsökologie von Flughunden. Prof. Curio von der Ruhruniversität Bochum hatte das Projekt ins Leben gerufen. Hier erwartete mich das komplette Potpourri von Auslandsarbeit! Ich blieb drei Jahre auf den Philippinen, habe sehr einfach gelebt, fernab der Zivilisation. Sieben Jahre später reiste ich mit meiner Frau dorthin. Sie konnte sich kaum vorstellen, wie ich in der völligen Abgeschiedenheit hatte leben und zurechtkommen können. Ich sage scherzhaft: Das war „Big Brother für Akademiker“, mit allen Ups and Downs. Ich weiß seitdem, auf welch hohem Niveau wir hier leben. Und auch, dass man seine westeuropäische Prägung nicht ganz ablegen kann.

Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Tieren bis heute?
In den letzten Jahren war ich ja mehr Manager und habe weniger mit den Tieren gearbeitet. Ich habe natürlich eine große Bewunderung für die Natur und für die Tiere und staune angesichts der Formenvielfalt und Anpassungsfähigkeit. Es fasziniert mich, wenn neue Säugetiere entdeckt werden. Jedoch: Der Verlust der Biodiversität ist ein Riesenthema für uns alle. In 50 Jahren werden wir vielleicht die Hälfte der heute bekannten Arten verloren haben! Die schreckliche Abholzung im großen Stil auf Madagaskar und auf den Philippinen habe ich mit eigenen Augen gesehen. Viele Tiere ganz oben in den Baumkronen sterben. Viele davon kennen wir heute noch gar nicht, primär Insekten. Aber auch Säugetiere trifft es – dem Pelzhandel fallen nach wie vor viele Arten zum Opfer. Viele Menschen wissen gar nicht, wie schlecht es um die Amphibien in Deutschland und weltweit steht. Wir am Aquazoo arbeiten z. B. mit unserem Amphibienprojekt dagegen an. Der Mensch ist zwar intelligent, schützt aber leider seinen Planeten nicht. Ich denke, man kann nur schützen, was man kennt. Ein Zoo ist immer auch Stätte der Forschung. Ich komme aus einem Zoo mit Delphinhaltung, die oft kritisiert wird. Allerdings kann man im Zoo die Art kontrolliert erforschen und diese Erkenntnisse haben praktische Relevanz für den Arterhalt. Diese Tiere sind wichtige Botschafter für die Natur und den Artenschutz. Wir möchten die Öffentlichkeit bilden und sensibilisieren. Das ist die Haupt-Legitimation eines Zoos.

Haben Sie ein Lieblingstier?
Wenn ich überhaupt eine Präferenz äußern muss, dann sind es Katzen. Z. B. der Schneeleopard, weil er in seiner Anmut nicht zu übertreffen ist. Wie er sich anschleicht! Er hat seinen Charakter! Ich habe aber auch Sinn fürs Schräge: die Nacktmulle hätten Potenzial zum Lieblingstier. Ich finde, die sehen so skurril aus, dass sie schon wieder schön sind.

Sie kommen aus Bayern, waren dann im Taunus beschäftigt, danach neun Jahre in Duisburg. Reicht das, um ein echter Rheinländer zu werden?
Ich komme aus Landau an der Isar. Beim Studium in Erlangen war ich als Niederbayer sogar „Ausländer“ im eigenen Bundesland, auch wenn man jetzt tiefer in die bayerische Geschichte einsteigen müsste (lacht). Ich bin als Mensch unkompliziert, geradlinig, offen. Ob einer aus dem Pott oder aus Hessen kommt – ich freunde mich mit allen an. Verschiedene Menschenschläge kennenzulernen, macht offener und lockerer. Ich erwarte allerdings auch Offenheit von meinem Gegenüber: Wer nicht mit ehrlichen Karten spielt, den schätze ich nicht. Schön sind auch Dialekte. Im tiefsten Hessen fragte man mich mal beim Einkaufen: „Brauchn‘s an Tut?“. Ich habe echt nicht verstanden, dass man wissen wollte, ob ich eine Tüte bräuchte. Mein Dialekt ist mittlerweile nur noch leise zu hören, aber natürlich lege ich Wert drauf, dass man noch hört, woher ich komme.

Was ist der Unterschied zwischen einem Wissenschaftlichen Leiter und einem Zoodirektor?
Der Wissenschaftliche Leiter ist Rückgrat des Direktors. Als solcher habe ich mit meiner Mannschaft das Tagesgeschäft gemeistert, den Zoo vorangebracht. Die Arbeit war auch noch mehr am Tier. Aber durch verschärfte EU-Richtlinien und stetig gestiegene Haltungsanforderungen ist man schon ziemlich an den Bürostuhl gefesselt. Die kurative Arbeit mit den Tierpflegern hat darunter etwas gelitten. Jetzt habe ich große Verantwortung als Chef des Hauses und noch mehr Personalverantwortung als bisher. Ich will noch mehr Vorbild sein. Als Direktor habe ich auch viele repräsentative Aufgaben. Beim Aquazoo/Löbbecke Museum handelt es sich ja um einen Zoo UND ein Naturkundemuseum! Das finde ich wichtig hervorzustellen. Ich werde ein Leitbild ausgeben, in welche Richtung sich das Institut entwickeln soll. Dabei will ich meine Leute mitnehmen, sie sollen gerne zur Arbeit kommen, schließlich sind wir alle einen Großteil unseres Lebens hier.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für die Mitarbeiter?
Das Durchhalten! Wir schaffen das gemeinsam, es dauert jetzt eben länger als gedacht. Wir werden unseren Optimismus behalten und motiviert auf der Zielgerade Richtung Neueröffnung gehen. Ich habe eine richtig tolle Mannschaft hier. Und die hat sicher in letzter Zeit viele „Schuppen“ gelassen. Die Tierpfleger sind aber alle zu Tausend Prozent bei ihren Tieren, die Fische sollen jetzt endlich sukzessive in ihre neue Aquarien. Wir reden allerdings von ca. 600.000 Litern Süßwasser und 500.000 Litern Meerwasser!

Der Aquazoo eröffnet im März 2017. Können Sie auf Details der Zoo-Gestaltung noch Einfluss nehmen?
Das Meiste ist auf der Zielgeraden und das ist auch gut so. Alles ist geplant, in Details kann ich mich aber sicher noch einbringen, z. B. in die Kulissengestaltung, beim letzten Schliff … das meiste betrifft sicherlich die vielfältigen organisatorischen Vorbereitungen bis zum großen Tag.

Auf welche neuen Tiere dürfen wir uns freuen?
Als einer der wenigen Zoos in Europa werden wir Papageitaucher haben. Dann gibt es einen Wechsel von den Eselspinguinen auf die Brillenpinguine und wir freuen uns auf die großen Rochen!

Derzeit versucht der Freundeskreis, über Patenschaften, Spenden und Mäzenatentum an mehr Unterstützung aus der Wirtschaft und von Privatpersonen zu gelangen. Haben Sie neue Konzepte zur Förderung des Zoos?
Ich bitte darum, mir erst mal die berühmten 100 Tage Einarbeitungszeit zu geben, da entwickeln sich dann sicher gute Ideen und die werden sich auch konkretisieren. Ein Stichwort kann ich schon geben: das Eventmanagement werde ich nicht außer Acht lassen. Wir müssen dabei mit der vorhandenen räumlichen Enge umgehen und spielen.

Hat der Aquazoo ein Alleinstellungsmerkmal?
Absolut: das Konzept von Zoo UND Naturkundemuseum ist europaweit einmalig. Lernen und Erleben in einem. Das Konzept von Prof. Zahn hat an Aktualität nicht verloren. Eine Besonderheit ist auch unser Amphibienprojekt und wir sind stolz auf unsere pädagogischen Konzepte. Da sind wir schon lange führend, aber es ist natürlich immer Luft nach oben. Schön ist übrigens auch, dass der Aquazoo viel kindgerechter werden wird. Wir achten auch mehr auf Barrierefreiheit. Vieles wird wirklich hochmodern, z. B. das Beleuchtungskonzept.

Wird der „neue“ Aquazoo  auch ein neues Logo erhalten?
Ja, das ist bereits in Auftrag gegeben.

Apropos Marketing: Braucht der Aquazoo wieder ein populäres Maskottchen wie Nemo?
Die Kombination Dr. Gettmann und Nemo ist absolut einmalig, beide habe ich vor meinem offiziellen Start privat kennengelernt. Es war ein tolles Treffen! Ich sehe mich aber nicht als jemanden, der kopiert. Das wäre auch nicht authentisch. Ich komme auf unser Alleinstellungsmerkmal zurück, der Charakter als Doppelinstitut. Das müssen wir zukünftig sicher deutlicher herausarbeiten. Und wer weiß, mit den Maskottchen verhält es sich oftmals wie mit der Liebe: sie kommt dann, wenn man nicht damit rechnet!

Wenn Sie sich etwas wünschen dürften: wo stünde der Aquazoo 2020?
Ich formuliere es mal so: Nicht nur auf diesem Platz. Wer weiß, vielleicht wird es einmal Außenanlagen geben? Anbauten wären schon toll. Stetige Erneuerungen sind auch in der Außenwahrnehmung wichtig. Und man soll ja nicht aufhören, Visionen zu haben.

Verraten Sie schon, was zur Eröffnung geplant ist?
Nein! Lassen Sie sich überraschen!

Herr Dr. Reiter, vielen Dank für das Gespräch.