Neue Aquarientiere: wohlfühlen wie ein Katzenhai im Wasser

rochen-aquazoo-duesseldorfWillkommen im Aquazoo Löbbecke-Museum: Grauer Stechrochen, Hummer, Seestern, Seeigel und Katzenhai!
Oder für die Biologen unter Ihnen, liebe Leser: Willkommen Dasyatis kuhlii, Homarus Asteroidea, Echinoidea und Scyliorhinidae!
Vier der neuen Aquazoo-Mitbewohner, zwei weibliche Amerikanische Stechrochen und zwei weibliche Maskenstechrochen, stammen aus dem Tropenaquarium Hamburg. Die Pflege der Rochen ist nicht ohne Risiko –  gehören sie doch zur Gruppe der Gefahr- und Gifttiere. Auf ihrer Reise von Hamburg nach Düsseldorf wurden sie von einer Tierpflegerin des Aquazoos begleitet, die gleich die Gelegenheit wahrnahm, sich im hohen Norden zum speziellen Umgang mit den Rochen eingehender schulen zu lassen. Auf welche Tiere dürfen wir uns noch freuen? Aus dem Zoo am Meer Bremerhaven erreichten vier Seeigel und sechs Seesterne und ein Hummer ihr neues Zuhause im Rheinland. Aus dem Aquarium Wilhelmshaven kamen drei Katzenhaie in Düsseldorf an. Die Haie verdanken ihren Namen ihren ungewöhnlich großen Augen, die wegen ihrer länglichen Pupillen an Katzenaugen erinnern. Alle Tiere sind gesund und wohlbehalten. Was die Pfleger besonders freut: Eines der Katzenhai-Weibchen hat bereits kurz nach der Ankunft Eier abgelegt. Ein Zeichen, dass sich die Tiere sehr gut eingewöhnen am Aquazoo.

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Fotos von oben nach unten: Grauer Stechrochen, Hummer, Katzenhai und Seesterne – bei Ihrem Einzug in den Aquazoo

Aquazoo Löbbecke-Museum – Eröffnung im Nordpark 1987

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Nein, Sie haben NICHT die Wiedereröffnung verpasst. Die ist am 22. September 2017. Mit diesem Foto machen wir eine kleine Zeitreise. Wir schreiben das Jahr 1987, den 10. Juli, heute vor 30 Jahren. Autos haben noch echte Stoßstangen und die Menschen tragen Schulterpolster. Das Aquazoo Löbbecke-Museum eröffnet in neuer Location im Nordpark. Doch wie kam es eigentlich dahin?
Im 19. Jahrhundert baute der Apotheker Theodor Löbbecke ein bedeutendes Privatmuseum der Naturkunde auf. Nach seinem Tod 1901 übergab seine Witwe die Sammlung der Stadt Düsseldorf. So entstand 1904 das Löbbecke-Museum, welches in der Reuterkaserne am Rheinufer untergebracht war. 1876 eröffnete dann der Düsseldorfer Zoo. Im Jahr 1930 zogen Löbbecke-Museum und Zoo unter ein Dach. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. Im Bombenhagel des Jahres 1944 wurden Zoo und Museum zerstört. Die gerettete Sammlung wurde 1947 provisorisch in einem Hochbunker gegenüber dem alten Zoogelände wiedereröffnet. 1948 wurde sie durch ein Aquarium erweitert und verband sich schließlich mit dem Löbbecke-Museum. 1987 folgte der Umzug in das Gebäude am Nordpark. Am 22. September öffnet der Aquazoo wieder seine Tore. Wir freuen uns auf ein großes Eröffnungsfest.


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Eine erste Unterbringung fand das städtische Löbbecke Museum in der Reuterkaserne am Rheinufer, nahe der Kunstakademie.
duesseldorf-zoologischer-gartenEhemaliger Zoo am Brehmplatz
duesseldorf-hochbunker-Insekten-ausstellung-1967Blick in die Insektenausstellung im Museumsbunker (1967)

Die Brillenpinguine sind da


Das Aquazoo Löbbecke-Museum hat endlich seine Pinguine zurück! Gut ein Dutzend Brillenpinguine (Spheniscus demersus) leben sich gerade in ihrem neu gestalteten Zuhause ein, einer naturnahen Kunstfelsenlandschaft mit Rückzugsorten und Brutmöglichkeiten. Die kleinen Frackträger reisten vom italienischen Zoo Zoom Torino in den Düsseldorfer Aquazoo, wo das Becken für die Pinguine schon länger von Grund auf saniert wurde. Es wurde neu beschichtet, mit vielen Tonnen gereinigtem Kies aufgeschüttet und dann mit Meerwasser befüllt. Ein bepflanztes Sandstück und ein Wasserfall in den Felsen bringen Abwechslung und Bewegung ins Spiel.
Den Empfang der Pinguine absolvierte man im Team: Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter, die Kuratorin, die Tierärztin und die Pfleger nahmen die Vögel behutsam entgegen, untersuchten und wogen sie und setzten sie dann in einen rückwärtige Teil des Geheges. Die Brillenpinguine konnten nun selbst entscheiden, wann sie ihre neue Anlage betreten wollten. Da die Vögel neugierig waren, dauerte es nicht lange, bis alle nach und nach ihr neues Zuhause erkundeten und ins Wasser abtauchten. Die Besucherinnen und Besucher des Aquazoo Löbbecke-Museums können die Vögel ab dem 22. September bei ihren eleganten Tauchgängen übrigens durch eine große Glasscheibe bewundern.

Wussten Sie, dass Brillenpinguine unter strengem Naturschutz stehen? Die Verschmutzung des Meerwassers, die Überfischung der Meere und das Aufsammeln von Eiern führten zu einer drastischen Minimierung dieser Art. Noch nicht einmal 50.000 Brutpaare überleben heute im südlichen Afrika. Zoologische Einrichtungen, wie auch der Aquazoo, engagieren sich daher sehr für die Erhaltungszucht bedrohter Arten. Es gibt mittlerweile Zuchtprogramme für rund 300 bedrohte Tierarten, so auch für den Brillenpinguin. Jedes Erhaltungszuchtprogramm wird durch einen Art-Koordinator geleitet, der alle relevanten Daten gehaltener Tiere sammelt und analysiert. Dadurch kann Inzucht in der Population vermieden werden. Die Koordinatoren verteilen die Tiere dann an Zoos, die mit der Haltung von Brillenpinguinen beginnen möchten. Auf diesem Wege erhielt auch der Aquazoo seine Pinguine.

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Fotos: Uwe Schaffmeister
1. Kunstfelskulisse: Rückzugs- und Brutmöglichkeiten für die Vögel
2. Neugieriger Blick: Einleben im nassen Element

Das macht Schule: Marie-Curie-Gymnasium und Aquazoo kooperieren

aquazoo-duesseldorf-marie-curie-gymnasiumbezirksbuergermeister-vivarium(von links) Daniela Wojtkiewicz, Dr. Elmar Finke, Dr. Joachim Reiter und Kerstin AbsDass das Aquazoo Löbbecke-Museum oft in Schulen unterwegs ist und Wissen über Tiere und Naturschutz vermittelt, ist wohl bekannt. Mit dem Düsseldorfer Marie-Curie-Gymnasium (MCG) steht das Institut aber seit Jahren in einem besonders regen und partnerschaftlichen Austausch. Denn das Gymnasium unterhält ein eigenes Vivarium. Dieses wurde jetzt noch durch ein großes Freigehege erweitert. Die Zusammenarbeit von Schule und Aquazoo wurde nun ganz offiziell per Unterschrift besiegelt. Die Unterzeichner: die Biologielehrerin Daniela Wojtkiewicz, der Leiter der Aquazoo-Bildungsabteilung, Dr. Elmar Finke, Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter sowie MCG-Schulleiterin Kerstin Abs. Die Initiatoren haben sich gemeinsam viel vorgenommen.

Ziele dieser Kooperation:

  • Schüler/-innen sollen die Tier- und Pflanzenwelt durch direkte Begegnung und Umgang näher kennenlernen und sich dafür engagieren
  • Schüler/-innen sollen an naturwissenschaftliche und praktische Arbeitsweisen herangeführt werden
  • Schüler/-innen dürfen auf vorhandene Ressourcen im Aquazoo zugreifen und diesen als Standort für ihre Arbeiten nutzen
  • Exkursionen, Treffen mit Experten, Lerntage, Tierpatenschaften, Nachzuchtprojekte u.v.m. sorgen für nachhaltige und praktische Wissensvermittlung und ergänzen den schulischen Unterricht

Der Aquazoo ist eben nicht nur ein Museum – hier wird Naturschutz auch gelebt.

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griechische-landschildkrote-vivariumFotos:
1. (v. links) Azra (12), Annika (12) und Luiza (14) mit Schulleiterin Kerstin Abs und Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoos
2. Auch Bezirksbürgermeister Karsten Kunert (vorne links) und Aquazoo-Freundeskreis-Vorstand Ingolf Rayermann (hinten rechts) erproben die neue Anlage. Mitte rechts die bei diesem Projekt federführende Biologielehrerin Daniela Wojtkiewicz
3. (v. links) Daniela Wojtkiewicz, Dr. Elmar Finke, Dr. Joachen Reiter und Kerstin Abs
4. Sogar ein Panther-Chamäleon gehört zum Tierbestand des Schulvivariums
5. Auch die Griechische Landschildkröte fühlt sich schon ganz zuhause im neuen Freigehege
Fotos: 1., 3., 4.: Dank an Ingo Lammert; 2., 5. Aquazoo

Eine Menge Kies für die Pinguine

aquazoo-duesseldorf-pinguin-gehege-kiesDie Pingiune im Aquazoo dürfen sich langsam wieder auf ein Zuhause freuen, denn auch ihre Anlage wird nun bezugsfertig gemacht. Dazu mussten 10 Zentimeter Kies als Bodengrund in die Anlage gebracht werden. Das kleine Problem dabei: Der Kies liegt im Erdgeschoss, der Eingang zur Anlage im Obergeschoss und der Boden des Becken wiederum im Erdgeschoss. Also musste der Kies erst hoch und dann wieder herunter befördert werden. Damit später auch die Wasserqualität stimmt, war der Kies vorher auch noch zu waschen! Das bedeutete vier Tage Knochenarbeit. Die Tierpflegerinnen und -pfleger am Aquazoo haben also in die Hände gespuckt und einen Wettbewerb daraus gemacht. Hier die ersten Plätze:
Alexander Tietz in der Kategorie Kies waschen mit 156 Säcken
Vincent Kleemann in der Kategorie Kies schieben mit 198 Säcken
Sebastian Scholl in der Kategorie Kies waschen und schieben mit 136 Säcken
Aleen Ortwig – Sonderpreis für den Transport der kompletten Ladung ins Obergeschoss!
Jeder der insgesamt 374 Säcke wog 25 Kilogramm, sodass insgesamt 9350 Kilogramm Kies bewegt und gewaschen wurde! Bravo, Jungs und Mädels!

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Bilder: Blick durch die Glasscheibe ins Pinguingehege | Kräftige Männer beim Kieswaschen

Wasser marsch!

Haibecken-Aquazoo-DuesseldorfDie meisten Terrarien des Aquazoos sind nun komplett eingerichtet und die Bewohner tummeln sich wieder darin. Anders die Meerwasseraquarien: Wegen der komplizierten Wasseraufbereitung und der aufwändigen Tiertransporte dauert es noch eine Weile, bis alle Anlagen in Betrieb und mit Tieren besetzt sind. Je nach Haltungsanspruch der Fische oder Korallen muss deren Aquarium mindestens 4 Wochen einlaufen, bevor es besetzt werden kann. Wie geschieht das? Zunächst wird nur Wasser eingefüllt, gegebenenfalls gemeinsam mit den ersten Einrichtungsgegenständen – Wurzeln, Gestein und Bodengrund. Einige Aquarien werden zudem regelrecht angeimpft, sodass sich die richtigen Mikroorganismen und Algen ansiedeln, die die Wasserqualität ausmachen. Dieser Prozess kann bei großen oder anspruchsvollen Aquarien mehr als 6 Wochen dauern. Erst wenn die chemischen und biologischen Voraussetzungen stimmen, können empfindliche Korallen, Barsche, Anemonen, Seeigel und Zylinderrosen einziehen. Wir sagen schon mal: herzlich willkommen.

Das Bild zeigt übrigens einen Ausschnitt aus dem Haibecken.

500 Millionen Jahre Naturgeschichte auf einen Blick? Bitteschön.

Stammbaumvitrine1Stammbaumvitrine2Zwar ist die neue Ausstellung „Natürliche Vielfalt durch Evolution“ im Aquazoo noch „top secret“.  Und außerdem noch gar nicht fertig. Aber so viel sei verraten: Am Eingang zur Themenausstellung wird es künftig eine spannende Übersicht der Pflanzen- und Tierstämme geben. Deren Entwicklung von Erdzeitalter zu Erdzeitalter wird anhand von einzigartigen Fossilien gezeigt. Ab dem 22. September erwarten Sie neben den quicklebendigen Zoobewohnern also auch 500 Millionen Jahre Naturgeschichte auf einen Blick! Aufgrund guter Beziehungen ist es uns immerhin gelungen, für Sie zwei Fotos der noch unfertigen Schautafeln zu machen. Demnächst mehr auf diesem Kanal.