Neuer Durchblick

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Der geneigte Leser erinnert sich: Die Scheiben der Terrarien und Aquarien wurden zu Beginn der Sanierung ausgebaut, da die Becken neu beschichtet werden mussten. Zudem hatte an einigen Scheiben der Zahn der Zeit genagt – und auch der Zahn so manchen Tieres.
Einige der Gläser konnten zwar poliert und wieder aufbereitet werden. Andere waren aber so verkratzt oder gealtert, das sie ersetzt werden mussten. Die neuen und bis zu einer Tonne schweren Acrylglas-Scheiben für das Haibecken sowie die Scheiben der anderen Großanlagen wurden nun mit speziellen Hebewerkzeugen und viel Manpower an Ort und Stelle aufgestellt (siehe Bilder). Es steht noch der Einbau der kleineren Scheiben aus und – mit Spannung erwartet – der Einbau der gekrümmten Scheiben für die Panoramabecken. Demnächst wird alles noch abgedichtet. Dann kann es hoffentlich bald heißen: „Wasser marsch!“.

Kleinod der Meere: Seepferdchen


Das Seepferdchen (Hippocampus guttulatus), dieses Kleinod der Meere, lebt in flachen Küstengewässern der europäischen Atlantik- und Mittelmeerküste. Wie bei Seepferdchen typisch trägt das Männchen die Eier etwa 20 Tage lang in einer Bauchtasche aus. Immerhin fünf Jahre alt können die bei der Schlupf (oder sollte man Geburt sagen?) 12 Millimeter kleinen „Seefohlen“ werden.
Zu Unrecht wird Hippocampus guttulatus als Langschnäuziges Seepferdchen bezeichnet. Weiterlesen

Der Clownfisch sagt HELAU!

Lustig und schön anzusehen: der Clownfisch. Copyright/Dank an: Alex Giltjes, Wikimedia Commons

„Findet Nemo“ hat sie berühmt gemacht: Echte Clownfische (Amphiprion percula) haben ihren Namen wegen ihrer schönen Färbung und der an einen Harlekin erinnernden weißen Bande im Kopfbereich. Beheimatet sind sie in den Riffen Australiens und Neuguineas. Dort leben sie in Symbiose mit Seeanemonen und schützen sich gegenseitig vor Fressfeinden. Wegen dieser engen und nutzbringenden Lebensgemeinschaft werden Clownfische auch Anemonenfische genannt. Warum wir ihn gerade heute vorstellen? Es ist Karneval! Welches Tier würde da besser passen?
Also rufen wir allen Lesern unseres Blogs ein fröhliches H E L A U zu. Viel Spaß an den närrischen Tagen!

Schlammspringer – Pioniere der Mangroven

Wer guckt denn da? Der Schlammspringer (Periophthalmus spec.)!

Schlammspringer (Periophthalmus spec.) sind sehr besondere Fische. Sie leben amphibienähnlich – gleichermaßen an Land wie im Wasser. Wenn in ihrem Lebensraum, den tropischen Mangroven, bei Ebbe das Wasser verschwindet, laufen sie mit ihren armartig veränderten Brustflossen über den schlammigen Boden. Mit ihren auffälligen Augen behalten sie dabei stets den Überblick. Ihr gefaltetes unteres Augenlid kann das Auge nämlich regelmäßig befeuchten und sauber halten. Doch wie atmen die Schlammspringer an Land? Sie nutzen dafür ihre Hautoberfläche sowie ihre Mund- und Kiemenhöhle. Auch ihre Nahrung finden sie im Wasser und an Land, sie besteht aus Insekten, Jungfischen und Krebstieren.
Ist es nicht schön, welche Vielfalt die Natur uns bietet?

Fisch? Amphibie? Der Schlammspringer bewegt sich zwischen den Welten.

Wohnzimmers Liebling: Roter Neon

Leuchtet so schön im heimischen Aquarium: der Rote Neon

Orinoco, Rio Negro, Rheinland. Die Heimat des Roten Neon ist Venezuela, Brasilien oder Kolumbien – und auch das ein oder andere Düsseldorfer Aquarium. Denn der Rote Neon ist einer der beliebtesten und häufigsten Aquarienfische weltweit. Da er ein Schwarmfisch ist, sollten mindestens 6 Tiere im Aquarium gemeinsam gehalten werden. Der schwimmfreudige Fisch freut sich über eine üppige Beckenbepflanzung, mit genügend Bewegungsfreiraum. Da die Nachzucht sehr schwierig ist, gelangen meist nur Wildfänge in den Handel. Bemerkenswert ist die schnelle Entwicklung der Fischembryonen: Bereits 24–30 Stunden nach dem Ablaichen schlüpfen die Fischlarven aus den Eiern. Obwohl sie sehr klein sind, können die Tiere ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen.
Wiss. Name: Paracheirodon axelrodi
Heimat: tropisches Südamerika
Habitat: beschattete Ufer

Aquarientiere stehen auf Europaletten

Wie ein Fisch im Wasser: die Aquarientiere des Aquazoos fühlen sich auch im Keller wohl. Sie werden ja auch bestens gepflegt.

Im Untergeschoss des Aquazoo/Löbbecke-Museums haben die verbliebenen Aquarientiere nun ihr vorübergehendes Zuhause gefunden. Die schweren Aquarien wurden auf Sockel aus Europaletten gesetzt. Das erleichtert die Pflegearbeiten und sorgt für einen ebenen Untergrund. Galgenartige Holzkonstruktionen ermöglichen eine sichere Zuleitung von Strom und Wasser und dienen der Aufhängung von Leuchten und sonstigen technischen Geräten. Die Filter sind jeweils zwischen den Aquarien aufgestellt. So haben die Techniker und Tierpfleger des Hauses in kürzester Zeit gute Haltungsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen geschaffen. Wir versichern allen Tierfreunden: die Tiere fühlen sich wohl wie ein Fisch im Wasser.

Menschen im Aquazoo: heute Dr. Andreas Scharbert und das Maifisch-Projekt

(oben:) Dr. Andreas Scharbert, Koordinator des Maifisch-Projekts, (u. l.:) Historischer Maifischmarkt in Düsseldorf, (u.r.:) Flussdelta in Frankreich, Lebensraum für die Maifische (Quellen: http://www.lanuv.nrw.de/alosa-alosa/de/maifisch/index.html)

Herr Dr. Scharbert, Sie sind promovierter Biologe und Kordinator des Maifisch Wiederansiedelungs-Projekts. Bitte erzählen Sie uns alles über den Maifisch. Was charakterisiert ihn?
Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine Wanderfischart und zählt zu den Heringsartigen. Er ernährt sich von Plankton und kleinen Garnelen. Im Frühjahr wandern die Maifische viele hundert Kilometer vom Meer die Flüsse hinauf, um sich im Mai an überströmten Kiesbänken fortzupflanzen. Bei dauerhaft hohen Wassertemperaturen von 15 bis 16 Grad beginnen die Fische mit dem Laichen. Dann gibt es genügend Nahrung und keine Hochwässer mehr. Das Laichverhalten des Maifisches ist weithin hörbar: sein Laichspiel macht sich durch lautes Schlagen mit der Schwanzoberfläche aufs Wasser bemerkbar, das klingt, Weiterlesen