Wasser marsch!

Haibecken-Aquazoo-DuesseldorfDie meisten Terrarien des Aquazoos sind nun komplett eingerichtet und die Bewohner tummeln sich wieder darin. Anders die Meerwasseraquarien: Wegen der komplizierten Wasseraufbereitung und der aufwändigen Tiertransporte dauert es noch eine Weile, bis alle Anlagen in Betrieb und mit Tieren besetzt sind. Je nach Haltungsanspruch der Fische oder Korallen muss deren Aquarium mindestens 4 Wochen einlaufen, bevor es besetzt werden kann. Wie geschieht das? Zunächst wird nur Wasser eingefüllt, gegebenenfalls gemeinsam mit den ersten Einrichtungsgegenständen – Wurzeln, Gestein und Bodengrund. Einige Aquarien werden zudem regelrecht angeimpft, sodass sich die richtigen Mikroorganismen und Algen ansiedeln, die die Wasserqualität ausmachen. Dieser Prozess kann bei großen oder anspruchsvollen Aquarien mehr als 6 Wochen dauern. Erst wenn die chemischen und biologischen Voraussetzungen stimmen, können empfindliche Korallen, Barsche, Anemonen, Seeigel und Zylinderrosen einziehen. Wir sagen schon mal: herzlich willkommen.

Das Bild zeigt übrigens einen Ausschnitt aus dem Haibecken.

Neuer Durchblick

23605506856_e87608473b_b23549190721_eea0c6553b_b23335899000_48f52f3b66_b
Der geneigte Leser erinnert sich: Die Scheiben der Terrarien und Aquarien wurden zu Beginn der Sanierung ausgebaut, da die Becken neu beschichtet werden mussten. Zudem hatte an einigen Scheiben der Zahn der Zeit genagt – und auch der Zahn so manchen Tieres.
Einige der Gläser konnten zwar poliert und wieder aufbereitet werden. Andere waren aber so verkratzt oder gealtert, das sie ersetzt werden mussten. Die neuen und bis zu einer Tonne schweren Acrylglas-Scheiben für das Haibecken sowie die Scheiben der anderen Großanlagen wurden nun mit speziellen Hebewerkzeugen und viel Manpower an Ort und Stelle aufgestellt (siehe Bilder). Es steht noch der Einbau der kleineren Scheiben aus und – mit Spannung erwartet – der Einbau der gekrümmten Scheiben für die Panoramabecken. Demnächst wird alles noch abgedichtet. Dann kann es hoffentlich bald heißen: „Wasser marsch!“.

Kleinod der Meere: Seepferdchen


Das Seepferdchen (Hippocampus guttulatus), dieses Kleinod der Meere, lebt in flachen Küstengewässern der europäischen Atlantik- und Mittelmeerküste. Wie bei Seepferdchen typisch trägt das Männchen die Eier etwa 20 Tage lang in einer Bauchtasche aus. Immerhin fünf Jahre alt können die bei der Schlupf (oder sollte man Geburt sagen?) 12 Millimeter kleinen „Seefohlen“ werden.
Zu Unrecht wird Hippocampus guttulatus als Langschnäuziges Seepferdchen bezeichnet. Weiterlesen

Der Clownfisch sagt HELAU!

Lustig und schön anzusehen: der Clownfisch. Copyright/Dank an: Alex Giltjes, Wikimedia Commons

„Findet Nemo“ hat sie berühmt gemacht: Echte Clownfische (Amphiprion percula) haben ihren Namen wegen ihrer schönen Färbung und der an einen Harlekin erinnernden weißen Bande im Kopfbereich. Beheimatet sind sie in den Riffen Australiens und Neuguineas. Dort leben sie in Symbiose mit Seeanemonen und schützen sich gegenseitig vor Fressfeinden. Wegen dieser engen und nutzbringenden Lebensgemeinschaft werden Clownfische auch Anemonenfische genannt. Warum wir ihn gerade heute vorstellen? Es ist Karneval! Welches Tier würde da besser passen?
Also rufen wir allen Lesern unseres Blogs ein fröhliches H E L A U zu. Viel Spaß an den närrischen Tagen!

Schlammspringer – Pioniere der Mangroven

Wer guckt denn da? Der Schlammspringer (Periophthalmus spec.)!

Schlammspringer (Periophthalmus spec.) sind sehr besondere Fische. Sie leben amphibienähnlich – gleichermaßen an Land wie im Wasser. Wenn in ihrem Lebensraum, den tropischen Mangroven, bei Ebbe das Wasser verschwindet, laufen sie mit ihren armartig veränderten Brustflossen über den schlammigen Boden. Mit ihren auffälligen Augen behalten sie dabei stets den Überblick. Ihr gefaltetes unteres Augenlid kann das Auge nämlich regelmäßig befeuchten und sauber halten. Doch wie atmen die Schlammspringer an Land? Sie nutzen dafür ihre Hautoberfläche sowie ihre Mund- und Kiemenhöhle. Auch ihre Nahrung finden sie im Wasser und an Land, sie besteht aus Insekten, Jungfischen und Krebstieren.
Ist es nicht schön, welche Vielfalt die Natur uns bietet?

Fisch? Amphibie? Der Schlammspringer bewegt sich zwischen den Welten.

Wohnzimmers Liebling: Roter Neon

Leuchtet so schön im heimischen Aquarium: der Rote Neon

Orinoco, Rio Negro, Rheinland. Die Heimat des Roten Neon ist Venezuela, Brasilien oder Kolumbien – und auch das ein oder andere Düsseldorfer Aquarium. Denn der Rote Neon ist einer der beliebtesten und häufigsten Aquarienfische weltweit. Da er ein Schwarmfisch ist, sollten mindestens 6 Tiere im Aquarium gemeinsam gehalten werden. Der schwimmfreudige Fisch freut sich über eine üppige Beckenbepflanzung, mit genügend Bewegungsfreiraum. Da die Nachzucht sehr schwierig ist, gelangen meist nur Wildfänge in den Handel. Bemerkenswert ist die schnelle Entwicklung der Fischembryonen: Bereits 24–30 Stunden nach dem Ablaichen schlüpfen die Fischlarven aus den Eiern. Obwohl sie sehr klein sind, können die Tiere ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen.
Wiss. Name: Paracheirodon axelrodi
Heimat: tropisches Südamerika
Habitat: beschattete Ufer

Aquarientiere stehen auf Europaletten

Wie ein Fisch im Wasser: die Aquarientiere des Aquazoos fühlen sich auch im Keller wohl. Sie werden ja auch bestens gepflegt.

Im Untergeschoss des Aquazoo/Löbbecke-Museums haben die verbliebenen Aquarientiere nun ihr vorübergehendes Zuhause gefunden. Die schweren Aquarien wurden auf Sockel aus Europaletten gesetzt. Das erleichtert die Pflegearbeiten und sorgt für einen ebenen Untergrund. Galgenartige Holzkonstruktionen ermöglichen eine sichere Zuleitung von Strom und Wasser und dienen der Aufhängung von Leuchten und sonstigen technischen Geräten. Die Filter sind jeweils zwischen den Aquarien aufgestellt. So haben die Techniker und Tierpfleger des Hauses in kürzester Zeit gute Haltungsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen geschaffen. Wir versichern allen Tierfreunden: die Tiere fühlen sich wohl wie ein Fisch im Wasser.

Menschen im Aquazoo: heute Dr. Andreas Scharbert und das Maifisch-Projekt

(oben:) Dr. Andreas Scharbert, Koordinator des Maifisch-Projekts, (u. l.:) Historischer Maifischmarkt in Düsseldorf, (u.r.:) Flussdelta in Frankreich, Lebensraum für die Maifische (Quellen: http://www.lanuv.nrw.de/alosa-alosa/de/maifisch/index.html)

Herr Dr. Scharbert, Sie sind promovierter Biologe und Kordinator des Maifisch Wiederansiedelungs-Projekts. Bitte erzählen Sie uns alles über den Maifisch. Was charakterisiert ihn?
Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine Wanderfischart und zählt zu den Heringsartigen. Er ernährt sich von Plankton und kleinen Garnelen. Im Frühjahr wandern die Maifische viele hundert Kilometer vom Meer die Flüsse hinauf, um sich im Mai an überströmten Kiesbänken fortzupflanzen. Bei dauerhaft hohen Wassertemperaturen von 15 bis 16 Grad beginnen die Fische mit dem Laichen. Dann gibt es genügend Nahrung und keine Hochwässer mehr. Das Laichverhalten des Maifisches ist weithin hörbar: sein Laichspiel macht sich durch lautes Schlagen mit der Schwanzoberfläche aufs Wasser bemerkbar, das klingt, Weiterlesen

Lebendes Fossil: Europäischer Stör ist Fisch des Jahres

Europäischer Stör (Acipenser sturio) – Fisch des Jahres. Quelle: Illustrations de Ichtyologie ou histoire naturelle générale et particulière des Poissons Bloch, Marcus Elieser, J. F. Hennig, Plumier, Krüger, Pater, Schmidt, Ludwig, Bodenehr, Moritz 1795–1797 (Bibliothèque nationale de France), Urheber: Krüger

Fazinierend: Wissenschaftler fanden verwandte Arten dieses außergewöhnlichen Knochenfisches in versteinerter Form, deren Alter auf ca. 200 Millionen Jahre geschätzt wird. Wenn man diese mit dem Aussehen des heute lebenden und sehr seltenen Europäischen Störs vergleicht, versteht man seinen Beinamen „lebendes Fossil“. Denn gravierende Unterschiede zu seinen frühen Vorfahren sind kaum zu entdecken!
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Stör (Acipenser sturio) fester Bestandteil der norddeutschen Flusslandschaft. Auch als Speisefisch war der bis zu 3 Meter lange und 300 Kilogramm schwere Gigant sehr begehrt. Die Bestände gingen jedoch durch Begradigung der Flüsse und die Auswirkungen der industriellen Revolution dramatisch zurück.
Heute existiert lediglich im Mündungsgebiet der französischen Gironde eine letzte Population von ca. 200 Tieren. Umso wichtiger für die Erhaltung der biologischen Vielfalt unserer Gewässer sind die Wiederansiedlungs-Projekte des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der EU: 2013 wurden 1000 Jungstöre im Bereich der Elbe und deren Nebenflüssen (darunter auch die „Stör“) eingesetzt.
Auch der Aquazoo zeigte verwandte Arten, wie Sterlet, Waxdick oder Löffelstör, die mit ihrem urtümlichen Aussehen und ihren besonderen Anpassungen an ihre Lebensweise das Interesse der Besucher zu wecken wussten.

Otter Nemo: Fisch, Fisch, hurra!

Plansch-Party für Otter Nemo. Zum 8. Geburtstag gab es Eistorte mit Meerestieren und Fisch.

Nemo, prominenter Kurzkrallenotter und Botschafter seiner bedrohten Spezies, feierte jüngst seinen 8. Geburtstag. Es gab in der Vergangenheit schon große Aquazoo-Parties zu seinen Ehren, doch dieses Jahr feierte Nemo einmal nur mit Familie Gettmann und mit seinen engsten Freundinnen und Freunden. Er bekam viele Geschenke – darunter für ihn selbst kuschelige braune Handtücher mit Nemo-Schriftzug und für seine notleidende Verwandtschaft Spenden in Höhe von 500 Euro. Dann folgte der kulinarische Höhepunkt: Weiterlesen

Wer malt das schönste Süßwassertier?

Dieses tolle Bild stammt von einem Wettbewerb aus dem Jahr 2010 (gemalt von Merle Munteo, damals 5. Klasse)

Kinder, Eltern, Großeltern und Lehrer aufgepasst: die Messe Düsseldorf und der Aquazoo starten einen großen Malwettbewerb für Kinder. Anlass ist eine gemeinsame Aktion auf der Messe BOOT vom 18.–26. Januar 2014: das Maritime Klassenzimmer, in dem Kindern das Leben im Meer näher gebracht wird. In unseren Gewässern tummeln sich kleine und große, bekannte und geheimnisvolle Tiere. Die Messe Düsseldorf und das Aquazoo/Löbbecke Museum laden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 3 bis 7 ein, Weiterlesen

Ins Netz gegangen: die Große Netzmuräne

Die Große Netzmuräne, die im Großbecken zusammen mit den Haien lebt, ahnt noch nicht, dass sie gleich gefangen wird.

Wieder steht im Aquazoo ein Umzug der Tiere an: nun gilt es, die Große Netzmuräne aus dem Großbecken zu fangen, um sie ihrem neuen Domizil, dem Hamburger Tierpark Hagenbeck zu übergeben. Dort wird der Strahlenflosser die nächsten eineinhalb Jahre leben. Doch dieser Umzug ist eine feuchte Angelegenheit: Weiterlesen