Kunst, Kultur und Sprache für Flüchtlingskinder

kunst_kultur_sprache_stadt_duesseldorfDie Stadt Düsseldorf hat einen kleinen Film produziert, der die vielfältigen Angebote für Flüchtlingskinder zeigt. Ausgewählte Künstler malen und basteln mit den Kindern, die dabei auch die Sprache besser lernen. Der Schlüssel zur Integration!
Auch der Aquazoo ist mit dabei. Schauen Sie mal rein!

 

Die Natur entdecken – mit Düsseldorfer Flüchtlingskindern

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Vom 17. bis 21. Oktober fand in der Flüchtlingsunterkunft in der Grünewaldstraße eine besondere Herbstferien-Aktion des Aquazoo Löbbecke Museums statt: deutsche und geflüchtete Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren konnten gemeinsam die Natur erkunden und ihre Naturerfahrungen in kreative Arbeiten umsetzen. Für die Kinder war dies eine gute Gelegenheit, mehr über Tiere und Natur zu erfahren und Freundschaften zu schließen. Für die geflüchteten Kinder war es zudem eine Möglichkeit, besser Deutsch zu lernen.
Mit finanzieller Unterstützung des Kulturamtes der Landeshauptstadt sowie mit ehrenamtlich Tätigen der Kirchengemeinde Heilige Familie bot Biologin Sabine Aschemeier den Kindern unterschiedliche Themen an. So lernten sie verschiedene Meerestiere kennen und bastelten dann hochmotiviert kleine Korallenriff-Aquarien in Schuhkartons. Sie beobachteten lebende Insekten, die über ihre Hände krabbelten. Tiere und Bäume wurden aus herbstlichen Naturmaterialien collagiert, Fossilien untersucht und Abgüsse angefertigt. Auch am Mikroskop wurde gearbeitet. Eine Eidechse wurde beobachtet und aus Modelliermasse nachgebildet. Am Abschlusstag präsentierten die jungen Naturforscher und Künstler ihre Kunstwerke stolz ihren Eltern.
Es war eine gute Erfahrung für alle Beteiligten, die sicherlich wiederholt werden wird.
Sobald der Aquazoo wieder eröffnet sein wird, werden wir die jungen Forscher gerne dorthin einladen. Leider müssen wir uns bis dahin alle noch ein wenig gedulden.

Kontakt:
Dr. Elmar Finke, Abteilung Naturbildung Aquazoo Löbbecke Museum

Telefon: 0211-8669141 
E-Mail: Elmar.dr_finke@duesseldorf.de

Flüchtlingskindern helfen mit „Natur zu Besuch“

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Auch ein Einwanderer: die Aga-Kröte (Bufo marinus) kommt vom amerikanischen Kontinent

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Wort-Bild-Karten helfen bei der Verständigung

Rund 320.000 schulpflichtige Flüchtlingskinder sind nun in Deutschland. Sie haben das Recht auf einen Schulbesuch. Eine riesige Herausforderung, da sie schnell Deutsch lernen müssen, um am Unterricht teilhaben zu können. In vielen Schulen gibt es dazu die Vorbereitungsklassen, auch Internationale Klassen, Seiteneinsteiger- oder Willkommensklassen genannt. Hier werden die Kinder gemeinsam mit anderen jungen Neubürgern unterrichtet, deren Eltern z. B. aus beruflichen Gründen nach Deutschland gezogen sind. Meist sind es Schülerinnen und Schüler aus mehreren Jahrgangsstufen, die gemeinsam intensiv Deutsch lernen.
Der Aquazoo als Kultureinrichtung der Landeshauptstadt Düsseldorf möchte seiner sozialen Verantwortung gerecht werden. Das Institut möchte dazu beitragen, dass sich die neuen Schülerinnen und Schüler bei uns schnell zurecht finden, Deutsch lernen und sich wohl fühlen. Deshalb werden seit Oktober 2015 Veranstaltungen für diese Zielgruppe angeboten. Bisher kostenfrei, denn bis eine Projekt-Finanzierung steht, vergeht sonst zu viel wertvolle Zeit.
Bis die Sanierung des Aquazoos abgeschlossen ist, besucht auf Anfrage ein Naturpädagoge im Rahmen der Außer-Haus-Aktion „Natur zu Besuch“ die Vorbereitungsklassen. Für Grundschulen und Sekundarstufenschulen gibt es verschiedene Themen zur Auswahl, wie „Tiere aus aller Welt“ oder „Rückgrat zeigen“ (Wirbeltiere). Dabei steht nicht die Biologie im Mittelpunkt, sondern die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler: Biologische Begriffe, besonders die alltagsnahen, werden anschaulich mit originalen Objekten und lebenden Tieren erarbeitet und veranschaulicht. Dazu gehören auch Bild-Wort-Karten und anschließende Schreibaufträge. In Partnerarbeit werden die Begriffe dann weiter verwendet und eingeübt.
Und nicht zuletzt: Viele der Kinder haben eine schwierige Zeit hinter sich und leben oftmals noch in trostlosen Unterbringungen. Sie freuen sich auf die Schule und sind für jede Abwechslung dankbar. Die Erfahrung zeigt, dass sie sehr konzentriert und motiviert bei der Sache sind. Da muss es nicht einmal eine „giftige“ Vogelspinne sein, um sie für die lebendige Natur – und deren Schutz – zu begeistern. Ein paar Federn, ein Reptilienleder, eine Aga-Kröte (siehe Fotos) oder ein paar lebende Insekten bieten genügend Anlass, um miteinander ins Gespräch zu kommen – und um die Kinder hier bei uns willkommen zu heißen.