Flüchtlingskindern helfen mit „Natur zu Besuch“

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Auch ein Einwanderer: die Aga-Kröte (Bufo marinus) kommt vom amerikanischen Kontinent

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Wort-Bild-Karten helfen bei der Verständigung

Rund 320.000 schulpflichtige Flüchtlingskinder sind nun in Deutschland. Sie haben das Recht auf einen Schulbesuch. Eine riesige Herausforderung, da sie schnell Deutsch lernen müssen, um am Unterricht teilhaben zu können. In vielen Schulen gibt es dazu die Vorbereitungsklassen, auch Internationale Klassen, Seiteneinsteiger- oder Willkommensklassen genannt. Hier werden die Kinder gemeinsam mit anderen jungen Neubürgern unterrichtet, deren Eltern z. B. aus beruflichen Gründen nach Deutschland gezogen sind. Meist sind es Schülerinnen und Schüler aus mehreren Jahrgangsstufen, die gemeinsam intensiv Deutsch lernen.
Der Aquazoo als Kultureinrichtung der Landeshauptstadt Düsseldorf möchte seiner sozialen Verantwortung gerecht werden. Das Institut möchte dazu beitragen, dass sich die neuen Schülerinnen und Schüler bei uns schnell zurecht finden, Deutsch lernen und sich wohl fühlen. Deshalb werden seit Oktober 2015 Veranstaltungen für diese Zielgruppe angeboten. Bisher kostenfrei, denn bis eine Projekt-Finanzierung steht, vergeht sonst zu viel wertvolle Zeit.
Bis die Sanierung des Aquazoos abgeschlossen ist, besucht auf Anfrage ein Naturpädagoge im Rahmen der Außer-Haus-Aktion „Natur zu Besuch“ die Vorbereitungsklassen. Für Grundschulen und Sekundarstufenschulen gibt es verschiedene Themen zur Auswahl, wie „Tiere aus aller Welt“ oder „Rückgrat zeigen“ (Wirbeltiere). Dabei steht nicht die Biologie im Mittelpunkt, sondern die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler: Biologische Begriffe, besonders die alltagsnahen, werden anschaulich mit originalen Objekten und lebenden Tieren erarbeitet und veranschaulicht. Dazu gehören auch Bild-Wort-Karten und anschließende Schreibaufträge. In Partnerarbeit werden die Begriffe dann weiter verwendet und eingeübt.
Und nicht zuletzt: Viele der Kinder haben eine schwierige Zeit hinter sich und leben oftmals noch in trostlosen Unterbringungen. Sie freuen sich auf die Schule und sind für jede Abwechslung dankbar. Die Erfahrung zeigt, dass sie sehr konzentriert und motiviert bei der Sache sind. Da muss es nicht einmal eine „giftige“ Vogelspinne sein, um sie für die lebendige Natur – und deren Schutz – zu begeistern. Ein paar Federn, ein Reptilienleder, eine Aga-Kröte (siehe Fotos) oder ein paar lebende Insekten bieten genügend Anlass, um miteinander ins Gespräch zu kommen – und um die Kinder hier bei uns willkommen zu heißen.

Haie im Exil

Nacheinander werden die Haie in ein Ringnetz geleitet, wo sie vorsichtig in eine Hebevorrichtung umgebettet werden.

Im Aquazoo schwimmen sie in 245.000 Liter Meerwasser hinter dickem Panzerglas – doch die meisten Menschen nähern sich ihnen mit Respekt. Haie gelten als gefährlich, obwohl sie grundsätzlich vorsichtig sind und Menschen eher aus dem Weg schwimmen. Die 3 Schwarzspitzen-Riffhaie und 2 Weißspitzen-Riffhaie des Düsseldorfer Aquazoos müssen nun ihren gewohnten Lebensraum verlassen, denn auch dieser wird im Zuge der Sanierungen erneuert. Beide Hai-Arten finden nun eine neue Heimat im Exil: die Schwarzspitzen-Riffhaie im Burgers Zoo Arnhem/Niederlande, die Weißspitzen-Riffhaie im Sea Life Abenteuer Park Oberhausen. Doch wie funktioniert so ein Hai-Umzug?
Aquazoo Düsseldorf, 10 Uhr: Ankunft einer professionellen Fisch-Transportfirma. Weiterlesen

Hier wird Lernen zum Aha-Erlebnis

Wer durch die Schauräume des Instituts im Düsseldorfer Norden schlendert, staunt nicht schlecht. Ist das hier ein Zoo oder ein Museum? Auf 6.800 qm lernt der Mensch hautnah rund 500 verschiedene Tierarten unseres Planeten kennen: Pinguine und Piranhas, Krokodile und Kurzkrallenotter und Echsen geben sich ein Stelldichein.
Doch das Auge-in-Auge-Erlebnis mit Zwergotter, Rotaugenfrosch, Feuerfisch und Co. ist noch lange nicht alles. Man erfährt auch noch eine Menge Interessantes. Wie funktioniert Evolution? Wer passt sich wie an den Lebensraum an? Wie viele Knochen hat ein Pottwalskelett? Und was essen Pinguine zum Frühstück?
Diese und tausend andere spannende Fragen werden im Aquazoo/Löbbecke-Museum so lehrreich wie unterhaltsam beantwortet. Der Besucher kann hier etwas erleben und gleichzeitig ganz viel lernen. Man muss sich dabei noch nicht einmal anstrengen, Augen und Ohren offen zu halten genügt.
Hinter den Kulissen des Doppelinstituts spielt sich übrigens noch etwas ab: Hier wird studiert und geforscht, alles zum Schutz der Natur und ihrer bedrohten Tierarten. Schlammspringer, Seepferdchen, Axolotl und andere sind darauf angewiesen, dass der Mensch sich um sie kümmert. Und sollte das nicht selbstverständlich sein? Schließlich ist der ja selbst ein Tier – ein Säugetier.

Hier krabbelt, fliegt und schwimmt was:

Unsere Aquazoo Tiere führen ein spannendes Leben. Sie werden staunen, wetten?

Haarige und brenzlige Angelegenheit: Zur Verteidigung können Vogelspinnen die Behaarung vom Hinterleib mit den Beinen abstreifen und ihren Feinden entgegen schleudern. In den Augen und Atemwegen führen sie zu schweren allergischen und entzündlichen Reaktionen.

Das giftigste Tier im Aquazoo ist die Wüsten-Hornviper (Cerastes cerastes). Ein Antiserum wird stets im Kühlschrank vorrätig gehalten. Kein Tierpfleger im Aquazoo ist jemals von einer Giftschlange gebissen worden – der guten Ausbildung und entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen sei Dank.

Unsere Schützenfische (Toxotes jaculatrix) können angeblich einen bis zu 3 Meter weiten Wasserstrahl erzeugen. Auf einen Meter genau können sie damit Insekten „abschießen“. Das müssen sie allerdings üben. Erhalten sie längere Zeit keine lebenden Insekten zu Übung, müssen sie sich anschließend wieder „einschießen“.

Das Skelett unseres Pottwals (Physeter catodon) gehört zu den bestpräparierten Europas. Allein der Kopf wiegt mindestes 600 Kilogramm. Als echter „Dickschädel“, ist er so groß, dass er durch keine Tür passt. Deshalb wurde er schon vor dem Einbau der Eingangstüren in unser Haus gebracht. Während der Sanierung wird er durch eine Holzeinhausung geschützt.

Die Platte mit den zwei Fischsaurier-Fossilien (Stenopterygius quadriscissus) in unserer Eingangshalle wird auf 1000 Kilogramm geschätzt. Das Umsetzen im Rahmen der Sanierung muss von einem Spezialunternehmen realisiert werden.

Als erstes öffentliches Aquarium zeigte der Aquazoo 2013 einen Schwarm Maifische (Alosa alosa). Maifische gehörten früher zu den häufigsten Fangfischen im Rhein. Seit den 1950ger Jahren waren sie dort praktisch verschwunden. Der Aquazoo unterstützt das EU-Projekt zur Wiederansiedlung.

Die überaus seltenen Braunen Landschildkröten (Manouria emys emys) haben sich schon mehrfach erfolgreich im Aquazoo fortgepflanzt. Sie gelten als einzige Schildkrötenart, die Brutpflege betreibt: Das Weibchen bewacht ihr Gelege bis zum Schlupf der Jungschildkröten.