Zwei Monate Aquazoo Löbbecke Museum – Dr. Jochen Reiter zieht Bilanz

 

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Dr. Jochen Reiter im Interview

Lieber Herr Dr. Reiter, vor rund zwei Monaten wurde der neue Aquazoo eröffnet. Wie geht es Ihnen heute?
Mir geht es gut. Der Zuspruch der Öffentlichkeit ist nach wie vor einfach unfassbar. Und es waren wirklich keine Fake-News, dass wir am 11.11. den 111.111. Besucher empfangen konnten. Jetzt sind wir schon bei über 120.000 Gästen. Und das nach acht Wochen! Da merkt man, dass wir schmerzlich vermisst wurden.
Aber die Situation hat etwas von Kneipp-Treten – mal heiß, mal kalt. Denn diese Menschenmengen bescheren uns auch logistische und kommunikative Probleme. In den Medien wurde breitgetreten, wie lang die Warteschlangen sind. Wir haben uns natürlich lange Gedanken gemacht, wie wir die Besucherströme über den Tag verteilt kanalisieren können. Daher sind wir in das Online-Ticketing mit Zeitfenstern eingestiegen. Das war ja durchaus etwas Neues. Kein anderes Institut arbeitet damit, aber die anderen haben auch nicht unsere Besuchszahlen. Das System wurde auch gut angenommen.
Gerade an Wochenenden und Feiertagen gab es jedoch zu viele Besucher, die spontan an der Tageskasse Tickets kaufen wollten. Man muss wissen, dass wir limitiert sind auf 850 Personen, die gleichzeitig im Institut sein dürfen. Wenn die Zahl erreicht ist, dann heißt es einfach „Schotten dicht“. Der Vorteil des Ticket-Systems: diejenigen, die sich auf einen Tag und eine Uhrzeit festlegen, haben garantierten Einlass. Wir wiederum müssen im System immer einen Puffer freihalten, damit die Online-Ticket-Besitzer auch wirklich Einlass finden, ohne eben warten zu müssen. Die Online-Ticket-Buchungen liegen mittlerweile bei 50 bis 70 %.
Wir haben unser Möglichstes getan, das Thema gut zu kommunizieren. Über die Presse, auf der Homepage, bei Facebook und im Freundeskreis-Blog – überall wird plakativ informiert. Über das Amt für Verkehrsmanagement haben wir zusätzlich noch eine digitale Informationstafel vor dem Parkplatz-Eingang bekommen, die zeigt die aktuelle Wartezeit an. Unsere Kasse und das Verkehrsleitzentrum kommunizieren in Echtzeit.

Natürlich gibt es aber immer Leute, die sich beschweren wollen. Das Zeitalter der sozialen Medien bringt es eben mit sich, dass manche Menschen unschöne Kommentare sofort auf Facebook posten oder schlechte Bewertungen bei Google abgeben, nur weil sie warten müssen. Ich könnte allein schon einen Mitarbeiter für das Beschwerdemanagement einstellen. Andererseits habe ich über 120.000 Gäste, die begeistert sind, die zufrieden sind, die rausgehen und uns weiterempfehlen. Diese Menschen posten aber leider weniger. Unsere Bewertung bei Google wird hoffentlich im nächsten Jahr wieder besser, wenn sich die Situation entspannt hat. Wann dieser erste Besucheransturm nun einbrechen oder zurückgehen wird, vermag ich nicht zu sagen. Wenn die Besucherzahlen im Schnitt so weitergehen, sind wir nach einem Jahr bei 720.000. Eher unwahrscheinlich. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das Ziel, nach einem Jahr 500.000 Besucher empfangen zu haben, erreichen können.

Wie ist die Stimmung bei Ihren Mitarbeitern?
Meine Mitarbeiter haben eine Menge geleistet. Viele sind urlaubsreif. Wenn ich könnte, würde ich sie alle gerne in den Urlaub schicken. Wir sind immerhin dabei, Überstunden abzubauen. Es gibt auch noch Nachwehen der Eröffnungsphase zu verkraften. Einige Aquarien sind noch sehr pflegeintensiv. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Tageskasse haben es manchmal mit aufgebrachten Wartenden zu tun. Kürzlich hat eine junge Mutter die Nerven verloren und ist mitsamt ihren verdutzten Kindern einfach ohne Ticket ins Haus eingedrungen, mit der Aussage, sie hätte keinen Bock mehr zu warten. Unfassbar! Und nicht auszudenken, wenn sich da noch mehr Leute angeschlossen hätten! Daher haben wir uns sehr gut aufgestellt im Bereich Kasse, Aufsicht und Security. Die Security-Leute informieren übrigens schon auf den Parkplätzen zur Wartesituation.

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Seit der Wiedereröffnung leider an der Tagesordnung: Vandalismus und Diebstahl

Einige Besucher scheinen mutwillig immer wieder Exponate der Ausstellung zu beschädigen. Was sagen Sie zu dieser Zerstörungswut?
Erwischt haben wir bisher niemanden, Das eine Thema ist der Vandalismus, der ist schlimm. Aber wir sind ein so gut besuchtes Institut, dass ich meine, irgendjemand muss die Beschädigung doch gesehen haben. Es geht mir also auch um Zivilcourage, zu der ich aufrufen möchte. Ich weiß, dass diese Diskussion negativ ist und wehtut, wo wir doch auf der Erfolgswelle der Wiedereröffnung schwimmen, aber ich möchte sie führen. Es gibt eben leider Leute, die mutwillig etwas zerstören wollen und auch das passende Werkzeug dabei haben, um z. B. Stahlseile zu durchtrennen, Seitenschneider oder ähnliches. Okulare aus der Mikroskopierstation sind herausgeschraubt worden. Die Weltkugel aus unserer Ausstellung wurde abgerissen. Sieben Spielstationen für Kinder wurden beschädigt, zum Teil mehrfach. Auch manche Eltern schauen in Ruhe zu und sagen nichts, während ihre Kinder auf dem Mobiliar turnen. Seit ich das Thema öffentlich gemacht habe, beklagen wir keinen Vandalismus mehr. Ob es da einen kausalen Zusammenhang gibt? Ich weiß es nicht.

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Herr der Haie: Dr. Jochen Reiter

Wie geht es den Tieren? Haben sie sich gut eingelebt? Sind sie gesund?Die Tiere haben sich gut eingewöhnt, wobei eines länger und eines kürzer dafür braucht. Wir sind professionelle Tiergärtner und wissen, was wir tun. Wir arbeiten ja stark in Richtung Vergesellschaftung von Tieren. Und wie in jeder guten Familie gibt es da auch mal Streit. Auch wenn es durch unsere eigene Expertise und durch die anderer Häuser möglich ist, Schwarzspitzenriffhaie und Rochen gemeinsam zu halten, so kann es doch immer wieder Irritationen in solch einer Gemeinschaft geben. Und schließlich haben wir ein einzigartiges Setup, welches man nicht mit anderen vergleichen kann. Unsere Pfleger tun alles zum Wohle der Tiere. Die Haie z. B. werden separat gefüttert. Unsere Pfleger nutzen eine Greifzange mit einem Futterfisch daran. Die Rochen lassen sich sogar von Hand füttern. Unsere Tierärztin, Dr. Karin Grassl, ist immer da, sollte es einem Tier mal schlecht gehen. Ein gutes Zeichen für das Wohlbefinden unserer Tiere sind unsere Nachzuchten. Schon im Februar gab es ja erstaunlichen Nachwuchs bei den Krustenechsen, eine absolute Seltenheit! Zwischendurch hatten auch die Katzenhaie Nachwuchs, auch jetzt haben sie ihre Eier wieder in das Becken abgelegt. Auch bei den Gundis gibt es immer viele Junge. Hier erfüllen wir gerne eine ganz wesentliche Aufgabe von Zoos: die Arterhaltung.

Das Aquazoo Löbbecke Museum hat eine Doppelfunktion: „Zoo meets Naturkundemuseum.“ Ein echtes Alleinstellungsmerkmal?

Als Prof. Dr. Zahn das Konzept 1987 umgesetzt hat, war es weltweit mitunter einmalig. Natürlich haben wir es im Laufe der Jahre umgestellt, ergänzt und erweitert, zum Beispiel mit dem Thema Artenschutz. Andere Einrichtungen sind unserem Vorbild dann gefolgt, z. B. das Darwineum in Rostock, der Westflügel des Naturkundemuseums Karlsruhe oder das Meeresmuseum in Stralsund. Auch die Macher des neuen Naturkundemuseum Biotopia in München haben uns kürzlich besucht, um sich von uns Tipps zu holen, wie man das Konzept, lebende Tiere in der Kombination mit Exponaten umsetzen kann. Jedoch: Niemand hat das so ganzheitlich getan wie wir. Allein vom Gebäude her: der Gang durch das Museum ist dem Nautilus mit seinen Kammern nachempfunden. Vor diesem Hintergrund würde ich sagen: Ja, wir sind mit unserem Haus in Deutschland nach wie vor einmalig.

Das Motto des neuen Aquazoos ist „Ursprung – Evolution – Vielfalt“. Gibt es einen Unterschied zur alten Konzeption?
Nein, aber wir haben sie stärker herausgearbeitet. Und wir wollen die Ausstellung mit allen Sinnen erfahrbar machen. Die Themenwelten sind in Farbe getaucht, so weiß man intuitiv, ich bin im Meer, oder ich bin im Süßwasser. Den Kindern erklären Schlammspringer Fred und Theodor Löbbecke in den Übergängen der Bereiche zudem, was sie wissen müssen. Ein wichtiger Aspekt beim Erleben der Ausstellung ist das „Free-Choice-Learning“. Man ist angehalten, auf Entdeckungsreise zu gehen und die Ausstellung explorativ zu erfahren. Bei dem vielfältigen Angebot ist für jeden etwas dabei.

Der Besucher soll „erleben, verstehen und bewahren“? Hat er das Bewahren schon gelernt?
Das könnten Sie Herrn Dr. Finke fragen. Er ist als leitender Pädagoge nah dran an den Menschen und gerade extrem nachgefragt. Aber ein Beispiel: In der Ausstellung gibt es das Skelett einer Schildkröte. Wo würde man bei einer Schildkröte die Wirbelsäule vermuten? Die meisten sagen: in der Mitte des Panzers. Sie verläuft aber rückenpanzernah. Das ist ein grandioses Beispiel für Bildung. Man versteht: Wenn man also einer Schildkröte auf den Rückenpanzer klopft, ist das so, als würde man Ihnen auf den Kopf hauen! Wenn also jemand sieht, dass Tierhalter unwissentlich ihre Schildkröte falsch handhaben, wird er aufgrund seines Wissens einschreiten. Die Vorträge, die Dr. Elmar Finke im Institut und draußen in den Schulen hält, sind da enorm wichtig.
Zudem nimmt auch das Insektensterben dramatisch zu. Irgendwann wird auch der Letzte merken: Wenn es keine Bestäuber mehr gibt, haben wir keine Kulturpflanzen mehr und keine Nahrung. Wir sind ein Haus, welches auch ein Insektarium hat. Auch wenn vielen beim Anblick von Insekten der Rücken kribbelt, überwiegt doch die Neugier und man beschäftigt sich damit. Hier machen wir viel Aufklärungsarbeit. Bekanntlich schützt man nur das, was man kennt! Wir leisten also viel in Sachen Arten-, Natur- und Umweltschutz. Wir schärfen das Bewusstsein. Und Stück für Stück geht man doch nachhaltiger durchs Leben.

Wie entwickeln sich die Patenschaften, die neben den Tieren nun auch Exponate und Pflanzen umfassen?
Die Tierpatenschaften schießen bei uns durch die Decke! Wir haben jetzt circa 200 Tierpaten. Sehr viele Tierarten sind schon vergriffen. Unsere „Hochkaräter“, Haie, Pinguine oder Rochen, kommen einfach an. Aber auch andere: Die Firma Seestern hat sich das Seesternbecken gesichert. Ein HNO-Arzt hat sich das Ohrenquallenbecken geschnappt. Ein Augenarzt die Brillenpinguine. Antenne Düsseldorf den Antennenwels. Es ist zum Sport geworden, passende Tiere zu finden. Ich bin bei den Düsseldorfer Jonges, in der Tischgemeinschaft Pastor Jääsch. Diese hegt und pflegt seit über 20 Jahren eine dem Aquazoo Löbbecke Museum gestiftete Schneckenplastik. Pastor Jääsch war ein Gefängnispastor. Bei uns gibt es den Sträflings- oder Gitterfisch. Da habe ich mir gedacht: das wäre doch das perfekte Patentier für die Tischgemeinschaft. Die Patenurkunde haben wir dann feierlich überreicht. Manche Menschen verbinden auch mit kleinen Geschöpfen sehr viel, wie zum Beispiel mit dem Rotaugenlaubfrosch oder dem Moosfrosch.
Auch wenn es nicht Jedermanns Sache ist, Pate einer Schabe zu werden, so fasziniert auch diese Art. Madagaskar-Fauchschaben z. B. kommunizieren mit acht verschiedenen Fauchlauten! Das Leben schreibt ja immer besondere Geschichten, vielleicht finden sich auch Paten für die Tausendfüßer, die Stilaugenfliegen oder die Milchkrautwanzen. Hier gibt es ein ganzes Terrarium für 100 Euro. Auch eine einzige Pflanzenpatenschaft haben wir bisher, für den Elefantenfuß, im Gehege der „Old Lady“, dem Australischen Süßwasserkrokodil. Das könnte noch mehr werden! Wir bekommen aber eine prominente Patin für ein Exponat: unser U-Boot „Nautilus“ in der Ausstellung „Meer und Mensch“. Die Messe „boot“ wird diese übernehmen!

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Begeistert Kinder: Schlammspringer Fred

Wie ist das Feedback von Kindern, Eltern und Lehrern auf die didaktischere Ausstellungskonzeption?
Ganz toll. Überall wird ausprobiert und gespielt. Wir haben uns bewusst für viele analoge Medien entschieden und sind behutsam mit dem neuen digitalen Angebot umgegangen. Die Kletterstrecke zwischen Süßwasser und Land wird fast schon zu intensiv genutzt, erste Spuren der Abnutzung sind sichtbar. In den Übergangsbereichen erklärt Schlammspringer Fred den Kindern, was sie hier sehen. Das kommt gut an.

Wo lebt eigentlich das Maskottchen der Kinder, „Fred, der Schlammspringer“?
Der lebt mit seinen Artgenossen in seinem Gehege, aber wir haben ihn nicht speziell gekennzeichnet.

Wie wird die neue Ausstellung „Meer und Mensch“ angenommen?
Sehr gut. Auch hier gibt es ja interaktive Elemente. Mal abgesehen davon, dass am U-Boot schon wieder einige Knöpfe herausgerissen wurden … Die Vielfalt der Ausstellung ist gelungen. Im kleinen Kino kann man Filme vom Tauchpionier Hans Hass gucken. Es gibt eine schöne Ecke für Pädagogen und als interaktives Element die Giftnotrufsäule und tolle Exponate, wie den Mondfisch.

Sie selbst und auch der Freundeskreis streben eine Erweiterung des Aquazoos an. Ein Traum oder irgendwann machbar?
Konkrete Pläne gibt es momentan noch nicht. Das Aquazoo Löbbecke Museum ist eines der beliebtesten Museen in Düsseldorf. Man hat mich, denke ich, auch nicht als Bestandsverwalter geholt. Zudem benötigen wir perspektivisch schon Möglichkeiten, uns nachhaltig zu attraktiv zu halten. Wir sind eben kein Flächenzoo und haben auch keine große Sonderausstellungsfläche. Mehr Besucher werden wir langfristig auch nur mit einem zusätzlichen Angebot gewinnen können. Wenn hier nicht nachgelegt wird, werden die Besucherzahlen heruntergehen. Denn die Erfahrung zeigt: Die Leute lechzen heute nach immer Größerem – in immer kürzeren Intervallen. Auch die Fragen nach der Legitimierung von Zoos und den Herausforderungen der Tierhaltung werden größer. Das ist auch richtig so, und hier sind wir gut aufgestellt.

Die Advents- und Weihnachtszeit steht vor der Tür. Feiern Sie diese mit den Kollegen in diesem Jahr besonders?
Wir sind gerade dabei, ein bisschen was zu organisieren, aber aufwändig wird es nicht, und das wird auch nicht erwartet. Wir werden einfach einen Nachmittag zusammen verbringen. Ich werde sicherlich einen kleinen Jahresrückblick geben. Da gibt es viele Fotos, die lustig sein werden, oder unfreiwillig lustig, von den Phasen der Sanierung. Die werde ich zeigen. Wir werden nur einfach beisammen sein und entschleunigen.

Die Sonderöffnungszeiten bis 20 Uhr am Abend gelten noch bis zum 23. Dezember. Nach den Feiertagen ist der Aquazoo bis 18 Uhr geöffnet. Gibt es evt. eine Chance auf Verlängerung der Sonderöffnungszeiten oder auf einen langen Abend in der Woche, wie bei manchen Museen?
Das letzte Zeitfenster, von 18 bis 20 Uhr, wird tatsächlich wenig genutzt, daher werden wir die Sonderöffnungszeiten nicht verlängern. Einen langen Abend – darüber denken wir schon nach. Dann aber sicher nicht jede Woche sondern exklusiver, eher einmal im Monat. Wir müssten schauen, wie das ankommt. Ein Sponsor wäre evt. auch hilfreich für die Umsetzung. Den haben wir aber derzeit nicht.

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Rückblick Rosenmontag 2017: Freundeskreis-Chef Michael Fischer mit Familie

Beim nächsten Rosenmontagszug 2018 wird das Aquazoo Löbbecke Museum nicht dabei sein?
Nein, wir brauchen mal eine Pause. Aber wer weiß, vielleicht in Zukunft? Es gibt ja auch steigende Mitgliedszahlen im Freundeskreis. Es wäre denkbar, dass man aus diesen Reihen eine Taskforce bildet, die Lust dazu hätte und die ganze Organisation übernehmen würde. Schließlich leben wir in Düsseldorf. Da wird sich schon jemand finden.

Sie haben mit dem ganzen Team in 2017 viel geleistet und viel erreicht. Haben Sie schon konkrete Pläne für das neue Jahr?
Bis Mitte 2018 muss sich der Regelbetrieb noch besser einspielen und daher werden wir neue Projekte nicht angehen können. Gerade im technischen Bereich z. B. ist noch unglaublich viel zu tun. Wir müssen das letztlich auch von personellen Möglichkeiten abhängig machen. Wir denken auf jeden Fall über Vortragsreihen mit guten Referenten zu spannenden Themen nach. Und über Sonderausstellungen natürlich.

Herr Dr. Reiter, danke für das Gespräch.

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Auf Spurensuche bei den Spielstationen: Mensch oder Tier?

 

 

Pinguin Viktor bekommt eine Patin

pinguine-aquazoo-loebbecke-museum-jaegerfeld-webSie lieben Leguane? Mögen Molche? Verehren Vogelspinnen? Bewundern Bartagamen? Und Sie möchten Ihren Favoriten gerne unterstützen? Dann haben wir die Idee für Sie: die Patenschaften des Aquazoo Löbbecke Museum. Neu daran ist, dass man Pate nicht nur für Tiere, sondern auch für Pflanzen und Exponate werden kann – so kommen z. B. auch die Liebhaber der Botanik auf ihre Kosten. Es macht Freude, das Wachsen und Gedeihen des Tieres oder der Pflanze zu beobachten. Gleichzeitig übernimmt jeder Pate ein Stück wohltuende Verantwortung für die Natur.

Diese Idee begeisterte auch Charlotte, die Tochter des Oberbürgermeisters Thomas Geisel. Sie übernahm heute im Beisein ihres Vaters die Patenschaft für den kleinen Brillenpinguin Viktor (Foto oben, zusammen mit seinen Artgenossen).

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Thomas Geisel: Es ist wirklich toll, dass Freunde des Aquazoos die Möglichkeit haben, eine Patenschaft zu übernehmen. Damit wird jeder Besuch im Aquazoo für den Paten zu einem besonderen Erlebnis, wenn er sein Paten-Tier oder seine Paten-Pflanze sieht und in der Entwicklung beobachten kann. Ich bin sicher, wir werden bei unserem nächsten Besuch wohl etwas mehr Zeit vor dem Pinguinbecken verbringen“.

Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoo Löbbecke Museum, erläutert: „Tierpatenschaften gab es vor der Sanierung schon, und an dieses Erfolgsmodell schließen wir natürlich an. (…) Auch in diesem Zusammenhang können wir unser Alleinstellungsmerkmal – Zoo und Naturkundemuseum in einem zu sein – ausspielen und auf diese Weise mehr Interesse für das Institut und seine Aufgaben wecken“.

Was kostet eine Patenschaft? Ab 75 Euro pro Jahr ist sie möglich – z. B. für einen Feuersalamader, einen Piranha oder einen Zwerghamster. Die Patenschaft eines Brillenpinguins kostet 300 Euro pro Jahr, die eines Australischen Süßwasserkrokodils schlägt mit 500 Euro pro Jahr zu Buche. Alle Beiträge fließen direkt in die Tier- oder Pflanzenpflege. Es gibt eine Urkunde und eine namentliche Erwähnung auf der Spenden- und Sponsorentafel, zudem einen jährlichen Patentag. Auch für Firmen ist eine Patenschaft interessant: ab 1.500 Euro pro Jahr werden die Unterstützer in nächster Nähe zu ihrem Schützling mit ihrem Namen oder Logo präsentiert. Wer darüber hinaus ein wirklich originelles und sinnvolles Geschenk sucht: Patenschaften kann man auch verschenken. Der nächste Geburtstag, Namenstag oder das nächste Jubiläum kommt bestimmt. Und Weihnachten ganz sicher auch.

Weitere Infos gibt es hier oder unter der Rufnummer 0211-899 61 57

Foto mit OB Thomas Geisel, Patin Charlotte Geisel und Dr. Jochen Reiter: Melanie Zanin

Die Brillenpinguine sind da


Das Aquazoo Löbbecke-Museum hat endlich seine Pinguine zurück! Gut ein Dutzend Brillenpinguine (Spheniscus demersus) leben sich gerade in ihrem neu gestalteten Zuhause ein, einer naturnahen Kunstfelsenlandschaft mit Rückzugsorten und Brutmöglichkeiten. Die kleinen Frackträger reisten vom italienischen Zoo Zoom Torino in den Düsseldorfer Aquazoo, wo das Becken für die Pinguine schon länger von Grund auf saniert wurde. Es wurde neu beschichtet, mit vielen Tonnen gereinigtem Kies aufgeschüttet und dann mit Meerwasser befüllt. Ein bepflanztes Sandstück und ein Wasserfall in den Felsen bringen Abwechslung und Bewegung ins Spiel.
Den Empfang der Pinguine absolvierte man im Team: Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter, die Kuratorin, die Tierärztin und die Pfleger nahmen die Vögel behutsam entgegen, untersuchten und wogen sie und setzten sie dann in einen rückwärtige Teil des Geheges. Die Brillenpinguine konnten nun selbst entscheiden, wann sie ihre neue Anlage betreten wollten. Da die Vögel neugierig waren, dauerte es nicht lange, bis alle nach und nach ihr neues Zuhause erkundeten und ins Wasser abtauchten. Die Besucherinnen und Besucher des Aquazoo Löbbecke-Museums können die Vögel ab dem 22. September bei ihren eleganten Tauchgängen übrigens durch eine große Glasscheibe bewundern.

Wussten Sie, dass Brillenpinguine unter strengem Naturschutz stehen? Die Verschmutzung des Meerwassers, die Überfischung der Meere und das Aufsammeln von Eiern führten zu einer drastischen Minimierung dieser Art. Noch nicht einmal 50.000 Brutpaare überleben heute im südlichen Afrika. Zoologische Einrichtungen, wie auch der Aquazoo, engagieren sich daher sehr für die Erhaltungszucht bedrohter Arten. Es gibt mittlerweile Zuchtprogramme für rund 300 bedrohte Tierarten, so auch für den Brillenpinguin. Jedes Erhaltungszuchtprogramm wird durch einen Art-Koordinator geleitet, der alle relevanten Daten gehaltener Tiere sammelt und analysiert. Dadurch kann Inzucht in der Population vermieden werden. Die Koordinatoren verteilen die Tiere dann an Zoos, die mit der Haltung von Brillenpinguinen beginnen möchten. Auf diesem Wege erhielt auch der Aquazoo seine Pinguine.

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Fotos: Uwe Schaffmeister
1. Kunstfelskulisse: Rückzugs- und Brutmöglichkeiten für die Vögel
2. Neugieriger Blick: Einleben im nassen Element

Ei, Ei, Ei, ein Hornissennest

34533790830_e9642f041a_kJetzt, im Frühling, gründen Hornissen-Königinnen ihre Staaten. Aus einer mit den Eiern der Königin belegten Wabe schlüpfen die Larven, die von der Königin gefüttert werden. Nach vier Wochen entwickeln sich daraus Arbeiterinnen, die im Hornissenstaat als Jägerinnen und Ammen arbeiten. Später werden größere Wabenzellen für die Aufzucht der neuen Generation der Geschlechtstiere gebaut, die im Herbst schlüpfen. Danach sterben die Bewohner des Staates, mit Ausnahme der zuvor befruchteten Jungköniginnen. Diese überwintern an geschützten Plätzen. Die alten Nester werden verlassen und nicht neu besiedelt.

Hornissen sind friedliebende Tiere, sie setzen ihren Stachel nur zur Verteidigung ein, wenn ihnen eine Situation lebensbedrohlich erscheint. Gestört fühlt sich die Hornisse unter Umständen dann, wenn man sie einengt, hektische Bewegungen im Nestbereich macht, dieses erschüttert oder wenn man zu lange in Nestnähe verweilt.

34077898574_185d329bb5_kWird man gestochen, so ist der Stich nicht gefährlicher als der einer Biene, auch wenn er schmerzhaft ist. Gefährlich sind die Stiche von Wespen, Hornissen und Bienen nur für Menschen, die darauf allergisch reagieren oder die Stiche in die Luftröhre bekommen.

Wenn man ein Nest findet, sollte man es dulden. Die nützlichen Tiere sind Teil unserer Umwelt. Sie übernehmen wichtige Aufgaben, wie die Regulierung von Schädlingen und die Jagd nach Insekten. Hornissen, Bienen und Hummeln stehen unter Artenschutz!

Wenn für Sie aber ein Nest eine Gefahr darstellen sollte, kann dieses vom Fachmann umgesiedelt werden. Dazu wenden Sie sich bitte an die Untere Naturschutzbehörde. Diese entscheidet, was zu tun ist und erteilt im Falle einer Umsiedlung die notwendige Ausnahmegenehmigung. Die Kosten für eine Umsiedlung trägt der Eigentümer.

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Fotos: Martin Blum

Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017

Strix_aluco_alucoDer Waldkauz (Strix aluco) sieht aus wie ein Fabelwesen; schwarze Murmelaugen blicken aus einem weisen, runden Gesicht, sein Schnabel erinnert an einen Krummsäbel. Mit einer Flügelspannweite von ca. einem Meter und speziellen Federn kann der Waldkauz völlig geräuschlos fliegen. Dann jagt er seine Leibspeise: Mäuse. Bei Mäusemangel kann er sich aber auch auf Kleinvögel, Ratten und Eichhörnchen umstellen. Als Brutareal bevorzugen Waldkäuze Landschaften, bei denen sich Wälder und Baumgruppen mit offenen Flächen abwechseln. Der Vogel des Jahres 2017 ist ein Höhlenbrüter. Er nutzt zum Brüten Baumhöhlen, Mauerlöcher und Felshöhlen. Wenn er vom Menschen in Ruhe gelassen wird, brütet er auch in Dachböden, Scheunen und in Schornsteinen alter Häuser.
Draußen in der Natur sehen wir Menschen diese Eulenart eher selten, denn die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Aber wir können sie hören: Jetzt, im zeitigen Frühjahr und dann wieder im Herbst, ist der Reviergesang des Männchens weithin hörbar. Pärchen, die sich jetzt finden, bleiben übrigens meist ein Leben lang zusammen.

NABU und LBV wählten den Waldkauz zum Vogel des Jahres 2017. Stellvertretend für alle Eulenarten wurde die Art bestimmt, um für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks zu werben und für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere eine breitere Öffentlichkeit zu schaffen.

Für die Fans von niedlichen Tiervideos hier noch ein Link zu einer streichelzahmen kleinen Eule.

Bild: I, Chrumps

Große Freude: Nachzucht bei den Krustenechsen!

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Dürfen wir vorstellen: diese Krustenechse ist die jüngste Bewohnerin des Aquazoos.

Unser Krustenechsenpärchen ist nun acht Jahre alt und gerade Eltern geworden. Im zarten Alter von vier Monaten kamen die beiden vom Zoo Amsterdam nach Düsseldorf. Die Geschlechtsreife erreichen Krustenechsen mit etwa 2,5 Jahren. Die Weibchen graben eine Kuhle, in die sie zwei bis 22 Eier ablegen. Nach 154 bis 226 Tagen schlüpfen die jungen Krustenechsen. So auch, völlig unerwartet, am Karnevalswochenende im Aquazoo. Bei der morgendlichen Zählung war es plötzlich eine Krustenechse mehr. Aufgrund der dämmerungs- und nachtaktiven Lebensweise der Krustenechsen war die Eiablage nicht aufgefallen. Umso überraschter war das Team, dass im Terrarium sowohl die Inkubation, als auch der Schlupf geklappt haben. Das Jungtier ist 20 cm lang und hat bereits seine erste Mahlzeit zu sich genommen. Krustenechsen fressen kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien sowie Wirbellose und manchmal sogar Früchte.
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Singvögel suchen ein Zuhause! Jetzt!

nistkastenSie werden es sicher schon gehört haben: es wird weniger gezwitschert, seltener tiriliert, kaum noch gekeckert und gesungen. Der Naturschutzbund initiierte jüngst die Zählung heimischer Singvögel. Das Ergebnis: der Bestand hat massiv abgenommen! Man zählte z. B. 31 Prozent weniger Kohlmeisen und 44 Prozent weniger Blaumeisen. Singvögel sind jedoch ein wesentlicher Bestandteil unseres Ökosystems und sichern somit auch die Lebensqualität in Düsseldorf und anderswo.

Was können wir also tun? Eine Möglichkeit: Wir alle installieren geeignete Nistkästen für Singvögel und für nützlichen Insekten. Diese Kästen sind überlebenswichtig für eine erfolgreiche Brut und Aufzucht. Zu der Aktion ruft neben dem Aquazoo auch die AGD – Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine auf. Sie können sie wie folgt unterstützen:

• Motivieren Sie Ihre Freunde, Nistkästen zu bauen oder zu kaufen und in den Gärten aufzuhängen und diese nach den Vorgaben des Naturschutzes zu pflegen

• Sprechen Sie mit den Kindergärten, Schulen und Vereinen in Ihrem Umfeld, initiieren Sie dort Bastelgruppen zum Bau von Nisthilfen. Bastelanleitungen finden Sie z. B. hier

• Unterstützen Sie diese Bastelgruppen, wenn Sie handwerkliche Fähigkeiten besitzen

• Stellen Sie für diese Zwecke geeignetes Material zur Verfügung

• Unterstützen Sie die Installation der Nistkästen

Schicken Sie Informationen zum Bau und der Installation der von Ihnen geschaffenen Nistkästen an den AGD. E-Mail: Aktion.Nistkaesten@t-online.de, Betreff: „Nisthilfen für unsere Tierwelt“. Oder Sie verknüpfen sich bei Facebook mit der AGD – Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine.

Bitte machen Sie mit, unterstützen Sie diese Aktion, denn ein reichhaltiger Bestand an Singvögeln und nützlichen Insekten sichert die Lebensqualität in der Stadt! Die Brutsaison beginnt Anfang März. Los gehts!-)