500 Millionen Jahre Naturgeschichte auf einen Blick? Bitteschön.

Stammbaumvitrine1Stammbaumvitrine2Zwar ist die neue Ausstellung „Natürliche Vielfalt durch Evolution“ im Aquazoo noch „top secret“.  Und außerdem noch gar nicht fertig. Aber so viel sei verraten: Am Eingang zur Themenausstellung wird es künftig eine spannende Übersicht der Pflanzen- und Tierstämme geben. Deren Entwicklung von Erdzeitalter zu Erdzeitalter wird anhand von einzigartigen Fossilien gezeigt. Ab dem 22. September erwarten Sie neben den quicklebendigen Zoobewohnern also auch 500 Millionen Jahre Naturgeschichte auf einen Blick! Aufgrund guter Beziehungen ist es uns immerhin gelungen, für Sie zwei Fotos der noch unfertigen Schautafeln zu machen. Demnächst mehr auf diesem Kanal.

Gewinnspiel beim Rosenmontagszug: VIP-Führungen zu gewinnen!

direktor-reiter-mit-gewinnba%cc%88llen_1Wir freuen uns schon darauf: Das Aquazoo Löbbecke Museum stellt in diesem Jahr eine große Fußgruppe unter dem Motto Darwins jecke Vielfalt und wird beim Rosenmontagszug für tierische Stimmung sorgen. Prominente Gäste wie der Weiße Hai, nebst Gefolge, Frösche aus Südamerika, eine große Quallengruppe aus dem Indopazifik, Pinguine aus der Antarktis werden gemeinsam mit zahlreichen weiteren Tierarten auf den Artenreichtum unserer Erde aufmerksam machen und für ihren Schutz werben.
In eigener Sache wird der lang ersehnte Eröffnungstermin des beliebten Düsseldorfer Kulturinstituts kommuniziert, denn am 22. September 2017 ist es soweit und das Aquazoo Löbbecke Museum wird feierlich wiedereröffnet. Ein guter Grund zum Feiern!
Fangen können die Jecken auch so einiges: die Fußtruppe verteilt Tulpen und Samentütchen für Bienen- und Schmetterlingswiesen für mehr Vielfalt in der Stadt.
Achtung, Achtung! Es werden auch blau-weiße Anti-Stress-Bälle geworfen. Diese nützlichen Bälle verbergen ein tolles Gewinnspiel: Auf drei Bällen befinden sich neben einer Tierzeichnung die Unterschriften des Direktors Dr. Jochen Reiter und der stellvertretenden Direktorin Sandra Honigs. Wer einen dieser Bälle fängt und sich damit beim Aquazoo Löbbecke Museum meldet, erhält nach der Wiedereröffnung eine VIP-Führung durch das frisch eröffnete Institut im Nordpark! Also auf zum Zoch! Mitfeiern und vielleicht sogar gewinnen! Die Finder/innen der Sieger-Anti-Stress-Bälle melden sich bitte im Aquazoo Löbbecke Museum unter: 0211-8996198. HELAU und bis Montag!

Foto: Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter mit den 3 Gewinnerbällen

Zoo Duisburg: Aktivisten im Delfinbecken

Aktivisten sprangen am Wochenende in das Delfinbecken des Duisburger Zoos. Die selbsternannten Tierschützer brachten dabei die Tiere und sich selbst in Gefahr.
Dazu Dr. Jochen Reiter, Direktor des Düsseldorfer Aquazoos und ehemaliger Wissenschaftlicher Leiter im Zoo Duisburg: ”Aus meiner langjährigen Tätigkeit im Zoo Duisburg weiß ich natürlich um die Polarisierung der Öffentlichkeit, wenn es um das Thema Delfinhaltung geht. Dass Delfine gut gehalten und auch gezüchtet werden können, ist in Duisburg längst bewiesen worden. Solange Tierschützer konstruktiv kritisieren, ist das auch völlig ok. Wenn von militanten Tierrechtlern allerdings dermaßen gefährliche Aktionen für Tier und auch Mensch abgehalten werden, dann habe ich hierfür überhaupt kein Verständnis mehr. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte: Die Zuschauer haben sich kurzerhand von den Aktivisten abgewendet und ihnen keine Beachtung geschenkt. Ich hoffe, dass es IVO & Co. und meinen früheren Kollegen wieder gut geht.“  Hier der Artikel der WAZ.  

Der Leopard – Zootier des Jahres 2016

Foto: Tierpark Nordhorn/Franz Frieling

Eine wahre Schönheit – jedoch stark bedroht: Leoparden sind fast überall in ihrem natürlichen Lebensraum gefährdet oder wie der Sansibar-Leopard bereits ausgerottet. Um der Art zu helfen, hat die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V. (ZGAP) den Leoparden zum Zootier des Jahres 2016 gewählt. Durch Spenden werden Schutzprojekte vor Ort in Sri Lanka und im Iran finanziert. So wird zum Überleben der stark bedrohten Tiere beigetragen. Als gemeinsame Projektpartner unterstützen und gestalten die drei Verbände: „Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V.“ (ZGAP), die „Deutsche Tierparkgesellschaft e. V.“ (DTG) und die „Gemeinschaft deutscher Zooförderer e. V.“ (GdZ) die Artenschutz-Kampagne „Zootier des Jahres“. „Wir freuen uns, in der Zoogemeinschaft etwas für den Schutz dieser Tierart bewegen zu können!“, so Dr. Nils Kramer, Mitinitiator der Aktion und DTG-Projektkoordinator. „Wir hoffen, dass viele Menschen diese faszinierende Tierart mit einer Spende unterstützen und sich so für das Überleben der Leoparden einsetzen!“ ergänzt Dr. Sven Hammer, Mitinitiator und ZGAP-Projektkoordinator. Mit einem Motivplakat und zwei Schutzprojektplakaten machen viele Zoos und andere Einrichtungen an verschiedenen Stellen auf das Thema aufmerksam. Zoos und Tierparks übernehmen im Artenschutz eine zentrale Aufgabe. Sie widmen sich dem Schutz bedrohter Lebensräume (in situ-Schutz) und gleichzeitig der Erhaltungszucht bedrohter Arten (ex situ-Schutz). Der Schutz gefährdeter Arten kann nur durch eine enge Vernetzung von in situ- und ex situ-Artenschutz erfolgen. Die Zoos und Tierparks sind dabei die treibende Kraft auf dem Gebiet der Erhaltungszucht, ohne deren Einsatz ein Überleben vieler Tierarten nicht möglich wäre.
Um das Artenschutzprojekt „Zootier des Jahres 2016 – der Leopard“ zu finanzieren, werden in den beteiligten Zoos und via Internet Spenden geworben. Darüber hinaus nehmen die Projektpartner auch selber Geld in die Hand. So stehen für die Leoparden rund 40.000 Euro zur Verfügung. Alle Spendengelder, die bis zur Wahl des nächsten „Zootier des Jahres“ in den Zoos gesammelt werden, kommen den Schutzprojekten ebenfalls in voller Höhe zugute. Es werden zwei konkrete Projekte unterstützt:

Das „Sri Lanka-Schutzprojekt“ für den Sri Lanka-Leoparden
Durch die Spenden für das „Zootier des Jahres“ soll mittels DNA-Analyse von Kothaufen herausgefunden werden, wo auf Sri Lanka noch Leoparden vorkommen. Darauf aufbauend werden geeignete Schutzmaßnahmen entwickelt. Durch die Gelder konnten bereits ein Projektfahrzeug und Kamerafallen angeschafft werden. Mit Hilfe dieser Kamerafallen möchte man mehr über das Verhalten der Tiere in der Nähe von Menschen erfahren. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden dann Leoparden-Wachposten aufgestellt, leopardensichere Ställe für Haustiere gebaut oder andere geeignete Schutzmaßnahmen entwickelt.

Das „Iran-Schutzprojekt“ für den Persischen Leoparden
Durch die „Zootier des Jahres“ Spenden werden Kamerafallen installiert. Einzelne Leoparden werden mit GPS-Halsbandsendern ausgestattet, um ihre Bewegungsmuster per Satelliten-Telemetrie zu verfolgen. Nutzvieh und Haushunde werden untersucht, um mögliche Krankheitsübertragungen auf die Leoparden zu ermitteln. Es gibt Trainings-Workshops für Naturschützer, Tierärzte, Jäger und Tierhalter.
Viele weitere Informationen und Links sind auf http://www.zootierdesjahres.de zu finden.

Helfen Sie jetzt! Die Leoparden brauchen jede Unterstützung und Ihre Spende.
Spendenkonto: Volksbank im Unterland, BIC: GENODES1VLS, IBAN: DE21 6206 3263 0054 5500 41, Verwendung: Zootier des Jahres

Übrigens: Der Aquazoo hat zwar keine Leoparden – aber immerhin Leopardschildkröten. Die sind auch ganz schön wild.

Willkommen im Aquazoo: Direktor Dr. Jochen Reiter

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Herr Dr. Reiter, wie geht es Ihnen nach den ersten Tagen in Düsseldorf?
Ich bin dabei, mich einzugewöhnen. Ich fahre jeden Morgen aus Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen zum Aquazoo/Löbbecke Museum. Um halb sieben bin ich auf die Strecke. Meist bin ich 40 Minuten über Bundesstraßen unterwegs, da mache ich mir die ersten Gedanken zum Tag. Am Institut arbeite ich dann mit einem wirklich hochmotivierten Team ist, das freut mich.

Erzählen Sie uns etwas über Ihre Familie?
Meine Familie und meine privates Umfeld geben mir Kraft für den Beruf. Meine „Work-Life-Balance“ ist mir wichtig. Unsere Zwillinge sind bald 5 Jahre alt, Mädchen und Junge. Zum Glück haben wir viel Unterstützung durch Verwandtschaft und Nachbarschaft. Wir bleiben auch in Duisburg wohnen, denn wir sind dort einfach angekommen. Meine Frau ist Tierärztin, wir haben uns im Opel-Zoo im Taunus kennengelernt. Ein herrlicher Zoo übrigens, weitläufig und der einzige Verbandszoo Deutschlands, der ohne finanzielle Unterstützung auskommen muss. Meine Frau Julia hatte den Zoo damals medizinisch mit betreut. Beim Abholen von Medikamenten habe ich Julia getroffen … und alles nahm schnell seinen Lauf. Wir gingen dann nach Duisburg. Nach dem Taunus war das erst mal ein kleiner landschaftlicher Kulturschock. Wer die Region erkundet, merkt aber, dass sie stellenweise total grün ist und man findet stille Orte.

Mit wieviel Jahren wollten Sie Zoodirektor werden?
Aus diesem Klischee schere ich aus – ich plante das nicht schon als Kind. Aber wir hatten seit meiner Einschulung unseren „Haustiger“, den Kater Felix. Der Name bedeutet ja „der Glückliche“, das war er auch, er wurde stolze 21 Jahre alt. Er ist als echtes Familienmitglied mit mir groß geworden und hat mich in meiner Tierliebe geprägt. Aktuell haben wir kein Haustier, wollen aber evt. einen Hund anschaffen. Mit einem Tier kann man Kindern gut den Respekt vor der Natur und vor den Lebewesen beibringen. Man ist oft draußen in der Natur, das fördert die Naturverbundenheit. In der Oberstufe kam bei mir der Wunsch auf, beruflich mit Tieren zu arbeiten. Während meines Studiums in Erlangen habe ich in der Verhaltensforschung gearbeitet und bedrohte Kängurus betreut – habe sie gefüttert, Workshops organisiert, Verantwortung übernommen. Der Nürnberger Tiergarten war ganz in der Nähe, dort habe ich zwischendurch als Hilfstierpfleger gearbeitet. Meine Diplomarbeit hatte das Sozialverhalten von Geparden zum Thema. Meine spätere Promotion führte mich dann auf die Philippinen. Forschungsthema: Nahrungsökologie von Flughunden. Prof. Curio von der Ruhruniversität Bochum hatte das Projekt ins Leben gerufen. Hier erwartete mich das komplette Potpourri von Auslandsarbeit! Ich blieb drei Jahre auf den Philippinen, habe sehr einfach gelebt, fernab der Zivilisation. Sieben Jahre später reiste ich mit meiner Frau dorthin. Sie konnte sich kaum vorstellen, wie ich in der völligen Abgeschiedenheit hatte leben und zurechtkommen können. Ich sage scherzhaft: Das war „Big Brother für Akademiker“, mit allen Ups and Downs. Ich weiß seitdem, auf welch hohem Niveau wir hier leben. Und auch, dass man seine westeuropäische Prägung nicht ganz ablegen kann.

Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Tieren bis heute?
In den letzten Jahren war ich ja mehr Manager und habe weniger mit den Tieren gearbeitet. Ich habe natürlich eine große Bewunderung für die Natur und für die Tiere und staune angesichts der Formenvielfalt und Anpassungsfähigkeit. Es fasziniert mich, wenn neue Säugetiere entdeckt werden. Jedoch: Der Verlust der Biodiversität ist ein Riesenthema für uns alle. In 50 Jahren werden wir vielleicht die Hälfte der heute bekannten Arten verloren haben! Die schreckliche Abholzung im großen Stil auf Madagaskar und auf den Philippinen habe ich mit eigenen Augen gesehen. Viele Tiere ganz oben in den Baumkronen sterben. Viele davon kennen wir heute noch gar nicht, primär Insekten. Aber auch Säugetiere trifft es – dem Pelzhandel fallen nach wie vor viele Arten zum Opfer. Viele Menschen wissen gar nicht, wie schlecht es um die Amphibien in Deutschland und weltweit steht. Wir am Aquazoo arbeiten z. B. mit unserem Amphibienprojekt dagegen an. Der Mensch ist zwar intelligent, schützt aber leider seinen Planeten nicht. Ich denke, man kann nur schützen, was man kennt. Ein Zoo ist immer auch Stätte der Forschung. Ich komme aus einem Zoo mit Delphinhaltung, die oft kritisiert wird. Allerdings kann man im Zoo die Art kontrolliert erforschen und diese Erkenntnisse haben praktische Relevanz für den Arterhalt. Diese Tiere sind wichtige Botschafter für die Natur und den Artenschutz. Wir möchten die Öffentlichkeit bilden und sensibilisieren. Das ist die Haupt-Legitimation eines Zoos.

Haben Sie ein Lieblingstier?
Wenn ich überhaupt eine Präferenz äußern muss, dann sind es Katzen. Z. B. der Schneeleopard, weil er in seiner Anmut nicht zu übertreffen ist. Wie er sich anschleicht! Er hat seinen Charakter! Ich habe aber auch Sinn fürs Schräge: die Nacktmulle hätten Potenzial zum Lieblingstier. Ich finde, die sehen so skurril aus, dass sie schon wieder schön sind.

Sie kommen aus Bayern, waren dann im Taunus beschäftigt, danach neun Jahre in Duisburg. Reicht das, um ein echter Rheinländer zu werden?
Ich komme aus Landau an der Isar. Beim Studium in Erlangen war ich als Niederbayer sogar „Ausländer“ im eigenen Bundesland, auch wenn man jetzt tiefer in die bayerische Geschichte einsteigen müsste (lacht). Ich bin als Mensch unkompliziert, geradlinig, offen. Ob einer aus dem Pott oder aus Hessen kommt – ich freunde mich mit allen an. Verschiedene Menschenschläge kennenzulernen, macht offener und lockerer. Ich erwarte allerdings auch Offenheit von meinem Gegenüber: Wer nicht mit ehrlichen Karten spielt, den schätze ich nicht. Schön sind auch Dialekte. Im tiefsten Hessen fragte man mich mal beim Einkaufen: „Brauchn‘s an Tut?“. Ich habe echt nicht verstanden, dass man wissen wollte, ob ich eine Tüte bräuchte. Mein Dialekt ist mittlerweile nur noch leise zu hören, aber natürlich lege ich Wert drauf, dass man noch hört, woher ich komme.

Was ist der Unterschied zwischen einem Wissenschaftlichen Leiter und einem Zoodirektor?
Der Wissenschaftliche Leiter ist Rückgrat des Direktors. Als solcher habe ich mit meiner Mannschaft das Tagesgeschäft gemeistert, den Zoo vorangebracht. Die Arbeit war auch noch mehr am Tier. Aber durch verschärfte EU-Richtlinien und stetig gestiegene Haltungsanforderungen ist man schon ziemlich an den Bürostuhl gefesselt. Die kurative Arbeit mit den Tierpflegern hat darunter etwas gelitten. Jetzt habe ich große Verantwortung als Chef des Hauses und noch mehr Personalverantwortung als bisher. Ich will noch mehr Vorbild sein. Als Direktor habe ich auch viele repräsentative Aufgaben. Beim Aquazoo/Löbbecke Museum handelt es sich ja um einen Zoo UND ein Naturkundemuseum! Das finde ich wichtig hervorzustellen. Ich werde ein Leitbild ausgeben, in welche Richtung sich das Institut entwickeln soll. Dabei will ich meine Leute mitnehmen, sie sollen gerne zur Arbeit kommen, schließlich sind wir alle einen Großteil unseres Lebens hier.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für die Mitarbeiter?
Das Durchhalten! Wir schaffen das gemeinsam, es dauert jetzt eben länger als gedacht. Wir werden unseren Optimismus behalten und motiviert auf der Zielgerade Richtung Neueröffnung gehen. Ich habe eine richtig tolle Mannschaft hier. Und die hat sicher in letzter Zeit viele „Schuppen“ gelassen. Die Tierpfleger sind aber alle zu Tausend Prozent bei ihren Tieren, die Fische sollen jetzt endlich sukzessive in ihre neue Aquarien. Wir reden allerdings von ca. 600.000 Litern Süßwasser und 500.000 Litern Meerwasser!

Der Aquazoo eröffnet im März 2017. Können Sie auf Details der Zoo-Gestaltung noch Einfluss nehmen?
Das Meiste ist auf der Zielgeraden und das ist auch gut so. Alles ist geplant, in Details kann ich mich aber sicher noch einbringen, z. B. in die Kulissengestaltung, beim letzten Schliff … das meiste betrifft sicherlich die vielfältigen organisatorischen Vorbereitungen bis zum großen Tag.

Auf welche neuen Tiere dürfen wir uns freuen?
Als einer der wenigen Zoos in Europa werden wir Papageitaucher haben. Dann gibt es einen Wechsel von den Eselspinguinen auf die Brillenpinguine und wir freuen uns auf die großen Rochen!

Derzeit versucht der Freundeskreis, über Patenschaften, Spenden und Mäzenatentum an mehr Unterstützung aus der Wirtschaft und von Privatpersonen zu gelangen. Haben Sie neue Konzepte zur Förderung des Zoos?
Ich bitte darum, mir erst mal die berühmten 100 Tage Einarbeitungszeit zu geben, da entwickeln sich dann sicher gute Ideen und die werden sich auch konkretisieren. Ein Stichwort kann ich schon geben: das Eventmanagement werde ich nicht außer Acht lassen. Wir müssen dabei mit der vorhandenen räumlichen Enge umgehen und spielen.

Hat der Aquazoo ein Alleinstellungsmerkmal?
Absolut: das Konzept von Zoo UND Naturkundemuseum ist europaweit einmalig. Lernen und Erleben in einem. Das Konzept von Prof. Zahn hat an Aktualität nicht verloren. Eine Besonderheit ist auch unser Amphibienprojekt und wir sind stolz auf unsere pädagogischen Konzepte. Da sind wir schon lange führend, aber es ist natürlich immer Luft nach oben. Schön ist übrigens auch, dass der Aquazoo viel kindgerechter werden wird. Wir achten auch mehr auf Barrierefreiheit. Vieles wird wirklich hochmodern, z. B. das Beleuchtungskonzept.

Wird der „neue“ Aquazoo  auch ein neues Logo erhalten?
Ja, das ist bereits in Auftrag gegeben.

Apropos Marketing: Braucht der Aquazoo wieder ein populäres Maskottchen wie Nemo?
Die Kombination Dr. Gettmann und Nemo ist absolut einmalig, beide habe ich vor meinem offiziellen Start privat kennengelernt. Es war ein tolles Treffen! Ich sehe mich aber nicht als jemanden, der kopiert. Das wäre auch nicht authentisch. Ich komme auf unser Alleinstellungsmerkmal zurück, der Charakter als Doppelinstitut. Das müssen wir zukünftig sicher deutlicher herausarbeiten. Und wer weiß, mit den Maskottchen verhält es sich oftmals wie mit der Liebe: sie kommt dann, wenn man nicht damit rechnet!

Wenn Sie sich etwas wünschen dürften: wo stünde der Aquazoo 2020?
Ich formuliere es mal so: Nicht nur auf diesem Platz. Wer weiß, vielleicht wird es einmal Außenanlagen geben? Anbauten wären schon toll. Stetige Erneuerungen sind auch in der Außenwahrnehmung wichtig. Und man soll ja nicht aufhören, Visionen zu haben.

Verraten Sie schon, was zur Eröffnung geplant ist?
Nein! Lassen Sie sich überraschen!

Herr Dr. Reiter, vielen Dank für das Gespräch.

Neustart im März 2017

Liebe Leser,
heute bringen wir Sie auf den Stand der Dinge – mit der offiziellen Pressemeldung der Stadt Düsseldorf zur Situation am Aquazoo und zum avisierten Wiedereröffnungstermin.
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Einer der neuen Abschäumer wartet auf seinen ersten Einsatz
Vom Pressedienst der Landeshauptstadt, 10. Februar 2016

Neustart im März 2017
Die Sanierung und Modernisierung von Aquazoo und Löbbecke Museum wird länger dauern als geplant und auch weitere Kostensteigerungen auslösen. Dies ergab eine grundlegende Überprüfung des Projekts durch die Verwaltung. Danach werden die Baukosten noch einmal um 3,3 Millionen Euro höher ausfallen, als zuletzt im Juni 2015 prognostiziert. Insgesamt 18,8 Millionen Euro wird die komplette Sanierung des Aquazoos kosten. Die Wiedereröffnung ist nun für März 2017 geplant.  Weiterlesen

Menschen im Aquazoo. Heute: Rolf Enders

Rolf Enders, ehemaliger Tierpfleger mit Hang zum Hund.

Herr Enders, Sie waren 30 Jahre Tierpfleger im Aquazoo. Wie war das damals, als der Aquazoo noch im Bunker an der Brehmstraße war?
Mit heute war das nicht zu vergleichen, alles war ziemlich provisorisch. Es gab keine Fenster – nur künstliches Licht. Die Luft war schlecht, daher durften wir jede Stunde 5 Minuten Pause an der frischen Luft machen. Es gab keinen Abfluss – ein Wasserwechsel in den Aquarien musste über Schläuche in Sickergruben abgeleitet werden. Oft lief irgendwo Wasser über und man wusste nicht, woher das kam. Es gab Räume, die waren nur 1,10 Meter hoch, das waren unsere Lager, da mussten wir dann durch krabbeln. Weiterlesen